DEKANAT / Dautphetal-Holzhausen. „100 Prozent auf alles!“ Wer solche Versprechen macht, kann kein guter Kaufmann sein. Die Evangelische Jugend im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach (ejuBIG) hat ihren Werbeslogan beim traditionellen Ostertreffen in Holzhausen/H. aber tatsächlich wahrgemacht: Rund 400 Jugendliche stellen den rund 20-köpfigen Dekanats-Mitarbeiterkreis (MAK) um die Dekanatsjugendreferenten Klaus Grübener und „Flo“ Burk im Gottesdienst und beim anschließenden Ostertreffen-Programm in und an der Freizeit- und Bildungsstätte (FBS) des Dekanats auf die Probe.

Fake-News“, Gerüchte und hohle Werbe-Botschaften versprechen mitunter das Blaue vom Himmel, aber gewöhnlich steckt doch nur heiße Luft dahinter.

Was kann man denn überhaupt noch glauben? Die ejuBIG-Mitarbeiter konfrontierten die Ostertreffen-Besucher im Gottesdienst mit falschen Wahrheiten und Lügenmärchen. (Foto. Kordesch/eöa)

Auch in der Holzhäuser evangelischen Kirche warteten alle möglichen falschen Propheten und sogar Donald Trump persönlich mit ihren verlockend einfachen Sprüchen, Einflüsterungen und Werbeslogans auf die Jugendlichen.

Fake News! Auch Mr. President stimmte ein in den Reigen der falschen Versprechungen und Mogelpackungen. (Foto. Kordesch/eöa)

Doch deren Botschaften und auch die „Mega-Los-Tombola“ mit einer nur fast kostenlosen Kreuzfahrt als Hauptgewinn und „drei Fotobüchern zum Preis von zweien“ entpuppten sich im Anspiel rasch als Wolkenschlösser. Für den passenden Sound im Eröffnungs-Gottesdienst sorgte mit Lobpreis-Songs einmal mehr die siebenköpfige JuGo-Band aus dem Raum Biedenkopf, „die immer noch keinen Namen hat”.

Juhu, der Hauptgewinn! Dekanatsjugendreferent Klaus Grübener (li) trägt als Butler den Preis herein – doch auch der ist einmal mehr nur eine Mogelpackung, denn „100 Prozent auf alles“ kann nur Christus erfüllen. (Foto. Kordesch/eöa)

100 Prozent, das gibt´s einfach nicht”, machte anschließend Dekan Andreas Friedrich in seiner Predigt deutlich und schwenkte die Prospektwerbung aus der Tageszeitung, in der er immerhin einen Nachlass von 77 Prozent ausfindig gemacht hatte. „100 Prozent, das kann uns nur Jesus bieten!“

„Jesus hat zwar nicht die lauteste Stimme, aber das beste Angebot!“ Dekan Andreas Friedrich predigte beim Ostertreffen in der voll besetzten Holzhäuser Kirche: „100 Prozent, das kann uns nur Jesus bieten!“ (Foto: Kordesch/eöa)

Friedrich erläuterte auch das von der Jahreslosung inspirierte Motto des Ostertreffens: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ (Offenbarung 21,6). Während bei uns Wasser für kleines Geld überall verfügbar sei, habe er in Tansania Menschen kilometerweit für frisches Wasser laufen sehen. Doch auch in Deutschland könne man verdursten, vor allem innerlich. „Jesus hat zwar nicht die lauteste Stimme, aber das beste Angebot“, machte Friedrich bewusst: „Es geht um unser Leben, um nichts weniger!“

Rund 400 Jugendliche waren zum 63. Ostertreffen nach Holzhausen am Hünstein gekommen. (Foto. Kordesch/eöa)

Nach dem für die aus dem gesamten Dekanatsgebiet angereisten jugendlichen Besucher kostenfreien Mittagessen begann das auch beim 63. Ostertreffen ebenso abwechslungsreiche wie spannende Spiel- und Spaßprogramm in und um die FBS.

“Die Band, die immer noch keinen Namen hat”: Die sieben jungen Leute der JuGo-Band aus dem Raum Biedenkopf animierte die Jugendlichen im Eröffnungs-Gottesdienst zum Mitsingen und -klatschen. (Foto: Kordesch/eöa)

Auf der Wiese des benachbarten Waldschwimmbads trafen spontan zusammengefundene Teams zu actiongeladenen Jugger-Partien aufeinander, während vor der FBS beim Bubble-Soccer-Geschubse so manche Jeans ihre ursprüngliche Farbe einbüßte. Viele andere Spielangebote aus dem Spielmobil der ejuBIG rundeten die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bis zum großen „Waterworld“-Planspiel ab.

Die action- und temporeichen „Jugger“-Runden verlangten den Jugendlichen beim Ostertreffen vollen Einsatz ab. (Foto: Kordesch/eöa)

Nicht nur Fingerspitzengefühl brauchten die Teilnehmer bei diesem Kranspiel: Alle Bewegungen der Seile müssen miteinander abgesprochen werden, um den Turm zu errichten. (Foto: Kordesch/eöa)

Beim „Bubble-Soccer“ konnten sich die Jugendlichen so richtig austoben. (Foto: Kordesch/eöa)

Bei dem Planspiel – das ein wenig an das bekannte “Siedler”-Spiel erinnert – ging es für die Teams darum, jeweils einen Stadtteil zu erbauen, was aber aufgrund der für jede Gruppe nur begrenzt verfügbaren „Rohstoffe“ dafür nur dann machbar war, wenn man sich mit den anderen austauschte und mitunter auch mal großzügig von seinem Reichtum abgab.

Mit Verhandlungsgeschick, Unternehmergeist und etwas Glück ließen sich alle für das eigene Stadtviertel notwendigen „Rohstoffe“ heranschaffen. (Foto. Kordesch/eöa)

„Ihr habt gemerkt, dass so ein Projekt nur gemeinsam funktioniert“, meinte Jugendpfarrer Stefan Föste denn auch bei seinem abschließenden „Wort auf den Weg“ am Nachmittag angesichts der durch die Wasserleitungen verbundenen fertigen Stadtteile. Er ging auch noch einmal auf das Motto des Tages ein: „Jesus gibt 100 Prozent für uns“, gab er den Jugendlichen beim Abschied mit. (klk/eöa)

Nur wenn alle Teams sich gegenseitig unterstützen, können alle „Waterworld“-Stadtteile fertiggestellt werden. (Foto. Kordesch/eöa)

Ein Ton-Mitschnitt des Jugendgottesdienstes und der Predigt von Dekan Andreas Friedrich findet sich unter „Gottesdienste“ auf der Seite www.oberland-treff.com.

Die Freizeit- und Bildungsstätte (FBS) war Austragungsort auch des 63. Ostertreffens. Am Rande des Programms gab es auch wieder viel Zeit zum Gespräch untereinander und zur Begegnung. (Foto: Kordesch/eöa)