Biedenkopf-Wallau. 48 Frauen sterben jeden Tag in Deutschland an Brustkrebs. Obwohl die Versorgung immer besser wird, ist er nach wie vor die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen: Daran sollen die 48 Lichter erinnern, die am Montag (9. Oktober) um 19 Uhr in der evangelischen Kirche in Wallau (Kirchweg 4) im Rahmen der „Lucia“-Aktion entzündet werden. Sie ist Teil des deutschlandweiten Gedenkens und leuchtet zugleich auch den sogenannten „Brustkrebsmonat“ Oktober ein, der weltweit begangen wird.

Der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau, das Frauen-Dekanatsteam des Evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach Nord und katholische Frauen aus Wallau und der St. Josef-Gemeinde in Biedenkopf organisieren auch in diesem Jahr ein meditatives Abendgebet. Die Andacht ist Teil der nach der Lichtträgerin Lucia benannten bundesweiten Kampagne der „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ (FSH). Dazu sind auch Männer und alle weiteren Interessierten herzlich eingeladen.

Die Kerzen werden nicht nur im Gedenken an die Verstorbenen entzündet, sondern leuchten auch für die brennenden Anliegen von Menschen mit einer Krebserkrankung: effektive, qualitätsgesicherte medizinische Therapien, eine gute Nachsorge, ausreichende psychoonkologische Betreuungsangebote und ambitionierte Forschung. „Die medizinische Versorgung von Frauen mit Brustkrebs ist in Deutschland sehr gut“, erläutert der Biedenkopfer Gynäkologe Dr. Manfred Hofmann, der ebenfalls zum Veranstalterkreis gehört. „Trotzdem gibt es noch viele Schwächen im System; insbesondere in Sachen Nachsorge gibt es noch viel Handlungsbedarf.“

Die Aktion “Lucia” macht auf die Schicksale von an Brustkrebs erkrankten Frauen aufmerksam. Bei der meditativen Andacht am Montag werden sie nicht nur im Gedenken an die Verstorbenen entzündet, sondern leuchten auch für die brennenden Anliegen von Menschen mit einer Krebserkrankung. (Foto: privat)

Eine gute, individuelle Betreuung nach Operation, Bestrahlung und Chemotherapie sei für den langfristigen Erfolg der Behandlung sehr wichtig, erklärt der Mediziner. „Leider kommt es aber noch häufig vor, dass sich die Betroffenen im Anschluss an diese Therapien alleingelassen fühlen“, sagt Dr. Hofmann. Die FSH und Ihre Mitstreiterinnen bemängeln, dass Patientinnen häufig ohne konkrete Planung der nächsten Schritte aus der Klinik entlassen werden und gezwungen sind, die weitere Versorgung allein zu organisieren. Die Betroffenen bleiben zudem vielfach mit ihren Sorgen, Ängsten und Kümmernissen allein. Psychoonkologische Angebote sind vor Ort meist schwer zu finden. „In dieser Situation fangen wir die Frauen auf, informieren sie über Therapien, Nebenwirkungsmanagement und Soziale Leistungen und begleiten sie auf diesem Weg, der so viele Fragen mit sich bringt“, erläutern Mitarbeiterinnen der Frauenselbsthilfe vom Verein „Leben mit Krebs Marburg e.V.“, das Angebot der FSH. Zusätzlich gibt es eine Telefonberatung und ein Forum im Internet.

Weitere Infos gibt es beim Verein „Leben mit Krebs Marburg“, Tel.: (06421) 162625; Homepage: http://www.lebenmitkrebs-marburg.de, oder in Wallau bei Ursula Kreutz, Tel. 06461/88612, E-Mail chrikreu@gmx.de. (klk/eöa)