Dautphetal Holzhausen. Nach fast anderthalb Jahren der Vakanz haben die Evangelischen Kirchengemeinden Holzhausen am Hünstein und Herzhausen wieder einen Pfarrer: Jörg Stähler ist am Sonntagnachmittag von Dekan Andreas Friedrich in sein Amt als Gemeindepfarrer eingeführt worden. „Heute ist ein Freudentag“, sagte der Dekan und drückte damit die Gefühle der Festgemeinde treffend aus.

Die Freude werde auch deutlich durch die vielen hundert Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Holzhäuser Evangelischen Auferstehungskirche, stellte der Dekan fest und dankte neben den Kirchenvorständen der beiden Gemeinden auch den Vakanzvertretern Pfarrerin Christina Ronzheimer, Pfarrer Dr. Frank Rudolph sowie den Kollegen aus den benachbarten Gemeinden für ihre Dienste während der schweren Zeit ohne Pfarrer.

Pfarrer Jörg Stähler (Mitte) ist am Sonntag ins Amt eingeführt worden. Ute Paplauer, Jan Griesing, Dekan Andreas Friedrich und Marion Schmidt-Biber segneten ihn anschließend für seinen Dienst. (Foto: Kordesch/eöa)

Für Jörg Stähler sei der Umzug ins Pfarrhaus nach Holzhausen bereits der 18., sagte Andreas Friedrich. „Christsein heißt in Bewegung sein“, betonte er. Auch Christus sei schließlich ein Wanderprediger gewesen. Und das Wort „Nachfolge“ beinhalte ebenfalls Aktivität und Bereitschaft zur Bewegung. Dabei sei Stähler die Partnerschaftsarbeit mit Tansania immer besonders wichtig gewesen, sagte der Dekan: „Niemand kennt sich damit im Dekanat so gut aus, und niemand kennt unsere Partner dort so gut.“ Stähler war zuletzt als Referent für Ökumene und Mission im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach und für die Vereinte Evangelische Mission übergemeindlich tätig. Nun wolle er nun seine Dienstzeit als Gemeindepfarrer und damit so beenden, wie er sie begonnen habe, erklärte der Dekan, bevor er Stähler ins Amt einführte und ihm gemeinsam mit Jan Griesing, Ute Paplauer und Marion Schmidt-Biber den Segen zusprach.

“Alle Lebewesen sollen ein Leben in Fülle haben“: Pfarrer Jörg Stähler will sich auch als Gemeindepfarrer in Holzhausen und Herzhausen für die Mission stark machen. (Foto: Kordesch/eöa)

In den rund vier Jahren bis zu seinem voraussichtlichen Ruhestand Anfang 2022 wolle er die Gemeinden auch auf dem Weg in den sogenannten Kooperationsraum Dautphe beziehungsweise die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit begleiten, kündigte Stähler an. Die Dekanatsleitung sehe in den Kooperationen den einzigen sinnvollen Weg, um den allerorten kleiner werdenden Gemeinden zu begegnen. Zugleich machte der neue Pfarrer seine ungebrochene Leidenschaft für die Mission deutlich: “Jesus ruft uns auf, unser Leben der Mission zu widmen, denn die Mission geht von Gott aus”, betonte er. “Alle Lebewesen sollen ein Leben in Fülle haben, das ist Gottes Mission”, forderte Stähler in seiner von einer Filmpräsentation begleiteten Predigt zum Thema “Mission is possible”.

Die gemischten Chöre der beiden Kirchengemeinden Holzhausen und Herzhausen gestalteten den Einführungsgottesdienst für Pfarrer Jörg Stähler musikalisch mit. (Foto: Kordesch/eöa)

Im Anschluss an den feierlichen Einführungs-Gottesdienst, den Dekanatskantor Burghart Zitzmann an der Orgel und Violinistin Katharina Eich-Meier als Duo ebenso musikalisch mitgestalteten wie die von Ute Müller und Carmen Schwarz geleiteten gemischten Chöre der beiden Kirchengemeinden begrüßten die Gemeinden ihren neuen Pfarrer bei einem Empfang im Gemeindehaus, den die vereinten Posaunenchöre beider Gemeinden musikalisch begleiteten.

Ein Prosit auf den neuen Pfarrer: Beim Empfang konnten die Kirchengemeinden Holzhausen und Herzhausen ihren neuen Pfarrer kennenlernen. (Foto: Kordesch/eöa)

Grußworte sprachen Kerstin Inerle von der Weltladengruppe Biedenkopf, Holzhausens Ortsvorsteher Hans Joachim Kramer auch namens seines Kollegen Klaus Herrmann aus Herzhausen, Pastor Christoph Kiehne von der Freien evangelischen Gemeinde Herzhausen und Erich Franz von der Christlichen Versammlung Herzhausen. Außerdem verlas Jan Griesing ein Grußwort von Uli Baege, dem VEM-Partnerschaftsbeauftragten für Afrika und überreichte in dessen Namen einen Partnerschaftspreis, bevor einige Grundschülerinnen Jörg Stähler mit einem Gedicht willkommen hießen.

Im Rahmen des Empfangs überreichte Jan Griesing einen Partnerschaftspreis der VEM. (Foto: Kordesch/eöa)

Stählers Vorgänger, Pfarrer Arnold Bock, rief abschließend in seiner humorigen Ansprache in Anspielung auf die Pfarrkollegen der früheren Jahre die “stählernen” Jahre nach den “bockigen” aus, denen die “linden” Jahre und die prägende “Steinzeit” vorangegangen seien. Pfarrer Stähler zeigte sich in seinem Schlusswort “überwältigt von dem herzlichen Empfang”. Er freue sich sehr auf die kommenden Jahre als Gemeindepfarrer, die gleich am nächsten Tag mit einer Konfirmanden-Freizeit beginnen sollten. (klk/eöa)

Mit einem Gedicht hießen die Viertklässlerinnen (vl.) Lilly, Julia, Laura und Ida Pfarrer Jörg Stähler willkommen. (Foto: Kordesch/eöa)