DEKANAT Rund 72 600 Euro haben die Spenderinnen und Spender aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach im vergangenen Jahr für „Brot für die Welt“ gespendet. Diese Summe sei bei den Kollekten an Erntedank und Heiligabend zusammengekommen, hat Dr. Ute I. Greifenstein bekannt gegeben, die Referentin von „Brot für die Welt“ in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck.

Die Kollekte an Erntedank betrug 20.643,89 Euro, teilte sie mit. Bei der Heiligabend-Kollekte legten die Gottesdienstbesucherinnen und –besucher sogar 51.949,27 Euro in den Klingelbeutel. Das ergibt zusammen also 72.593,16 Euro und bdeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von rund 600 Euro.

„Brot für die Welt“ fördert Partnerorganisationen wie Navdanya in Indien, die sich für die freie Nutzung, Weitergabe und Zucht von Saatgut einsetzen. Das Foto zeigt die Reisernte im Navdanya-Projekt-Dorf Gundiyat Gaon in Indien. Mit traditionellem Saatgut, das sie selbst weiterzüchten, und ökologischem Landbau erzielen die Bauern gute Erträge. (Foto: Thomas Lohnes/Brot für die Welt)

Unter dem Motto „Wasser für Alle“ eröffnen am kommenden Sonntag (3. Dezember) die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in Frankfurt am Main die diesjährige Spendenaktion von „Brot für die Welt“. Den Gottesdienst zur 59. Aktion der Hilfsorganisation gestalten ab 10 Uhr in der evangelischen Kirchengemeinde in Frankfurt Unterliederbach (Liederbacher Str. 36b) unter anderem die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, der Frankfurter Prodekan Holger Kamlah sowie der Leiter des Zentrums Oekumene, Detlev Knoche.

Die diesjährige Aktion von Brot für die Welt steht ganz im Zeichen des Themas Wasser. Unter dem Motto „Wasser für Alle“ will die evangelische Hilfsorganisation darauf aufmerksam machen, dass fast 850 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu genügend Trinkwasser haben und bis zu 2,1 Milliarden Menschen täglich verunreinigtes Wasser trinken müssen. Ein Drittel der Weltbevölkerung lebt ohne sanitäre Einrichtungen. Wasserknappheit und der Mangel an sanitären Einrichtungen betrifft vor allem Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Ganz besonders schwierig ist die Situation in ländlichen Gebieten. Dort muss das Wasser oft aus weit entfernten Quellen geholt werden. Diese Arbeit belastet fast ausschließlich Frauen und Mädchen.

Nur mit Wasser gibt es Entwicklung und Ernährungssicherheit. Seit 2010 besteht, von den Vereinten Nationen festgelegt, das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung. Die Partnerorganisationen von Brot für die Welt verteidigen dieses Recht. Sie setzten sich für Menschen ein, die von Land- und Wasserraub betroffen sind. Vor allem unterstützen sie arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen beim Bau von Brunnen und Toiletten und klären über Hygiene auf. Sie fördern klein-räumige und kostengünstige Wasserspeicher- und Bewässerungssysteme, die die Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung in der Regel direkt verbessern, wie zum Beispiel in der Region nordöstlich des Mount Kenia. Hier hat der befreundete Entwicklungsdienst der Anglikanischen Kirche schon mehr als 2000 Familien durch Regenwasser-Speicherungssysteme geholfen, deren Trinkwassersituation zu verbessern. Mit Hilfe der Dorfbewohner baute eine lokale Firma einen Tank. Nur wenige Tage Regen genügen dann, um den Speicher ausreichend zu füllen.

Spendenkonto

Brot für die Welt“

Bank für Kirche und Diakonie

IBAN: DE10100610060500500500

BIC: GENODED1KDB

Bundesweit haben Spenderinnen und Spender die Arbeit von Brot für die Welt im vergangenen Jahr mit mehr als 61, 7 Millionen Euro unterstützt. Das ist ein deutliches Plus von 4,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (57,5 Mio. Euro).

Aus dem Bereich der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat „Brot für die Welt“ im vergangenen Jahr 4.530.653 Euro Spenden erhalten. Das ist ein Zuwachs von mehr als sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein die Kollekten an Erntedank und Heiligabend lagen bei nahezu 1,8 Millionen Euro. „Wir freuen uns sehr, dass die Spenderinnen und Spender in unserer Landeskirche „Brot für die Welt“ auch 2016 ihr Vertrauen geschenkt haben und ihr Evangelisches Hilfswerk in seiner weltweiten Arbeit gegen Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in so großzügiger Weise unterstützt haben“, sagt Dr. Ute I. Greifenstein, Referentin für „Brot für die Welt“ in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck. „Allen, die dazu beigetragen haben, sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.“

Brot für die Welt“ wurde 1959 gegründet. Das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen fördert heute in mehr als 90 Ländern Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit. Brot für die Welt arbeitet weltweit mit lokalen Partnerorganisationen zusammen. Im vergangenen Jahr wurden 617 Projekte neu bewilligt, davon sind mit 203 Projekten die meisten in Afrika. Im Zentrum stehen langfristige Maßnahmen, die Hunger und Mangelernährung überwinden, Bildung und Gesundheit fördern, Zugang zu sauberem Wasser schaffen, die Achtung der Menschenrechte und Demokratie stärken und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen unterstützen.

Für Werbe- und Verwaltungsaufgaben wurden 8,7 Prozent eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben als niedrig. (PM/klk)