Nkwenda/Tansania.- Seit Ende Juli ist eine neunköpfige Delegation aus dem Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach im Rahmen eines Partnerschaftsbesuchs im Kituntu-Distrikt der Evangelisch-lutherischen Karagwe Diözese zu Gast. „Die Einweihung der Grundschule `Tumshubire English Primary School´ am Dienstag durch Bischof Dr. Benson Bagonza und Dekan Andreas Friedrich in Nkwenda war einer der bisherigen Höhepunkt der Reise“, berichtete Pfarrer Jörg Stähler am Dienstagabend per E-Mail.

Der Tansania-Arbeitskreis „Ngara und Nkwenda“ war an dem Bau der Grundschule innerhalb des Diakonissenzentrums Nkwenda, die im tansanischen Schulsystem aus den Klassen 1 bis 7 besteht, wesentlich beteiligt, wie der Partnerschafts- und Ökumene-Referent des Dekanats erinnert:Vor allem  Hildegard Platt aus Biebertal habe bis dato erfolgreich Spenden in Höhe von über 100.000 Euro für das Projekt eingeworben. „Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft der Welt“, erklärte Pfarrer Stähler dazu: „Deswegen spielt Bildung in der Partnerschaftsarbeit eine ganz wesentliche Rolle nicht nur in Tansania, sondern auch in Deutschland.“

Bischof Dr. Benson Bagonza, Dekan Andreas Friedrich und Schwester Florence Gatege, die Leiterin des Diakonissenzentrums, pflanzten Bäume als Zeichen von Glauben, Hoffnung und Liebe. (Foto: Jörg Stähler)

Vom Spendengeld konnten seit 2017 nicht nur sieben Klassenräume gebaut werden, sondern auch die Mensa und die Küche für die derzeit 150 Schülerinnen und Schüler sowie die zwölf Lehrerinnen und Lehrer der Internatsschule. Darüber hinaus finanzierte der Tansania-Arbeitskreis mit Unterstützung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eine Solaranlage, die die Stromversorgung sicherstellt. Die Schlafräume und Regenwassertanks wurden durch die Lutherische Kirche in Schweden finanziert.

Die Schulabgänger der Grundschule werden nach ihrer siebenjährigen Schulzeit von den Eltern beglückwünscht und beschenkt. (Foto: Jörg Stähler)

„Tumbshubire bedeutet Hoffnung“, erläuterte Bischof Dr. Benson Bagonza, der im Mai vergangenen Jahres mit einer tansanischen Partnerschaftsdelegation das Dekanat Biedenkopf-Gladenbach besucht hatte. „Hoffnung durch Bildung, Lehren und Lernen ist demnach nicht nur eine Träumerei, sondern tägliche Arbeit, für das Leben und die Zukunft zu lernen“, sagte er. Dabei könne es durchaus vorkommen, dass man im ersten Versuch auch mal scheitere. Aber: „Jeder hat eine zweite Chance verdient!“

Der Schüler Serhat Erdem (Allendorf/Eder) und Schwester Esther (Nkwenda) hissten jeweils die Fahne des Partners, also der Schule und der EKHN. Ebenso flatterte die tansanische Flagge im Wind. (Foto: Jörg Stähler)

Dekan Andreas Friedrich übergab bei der Einweihung eine Kinderbibel in Englisch für die Bibliothek der Grundschule als symbolisches Geschenk. Dekan Andreas Friedrich „Die Einweihung einer Schule ist ein großer Tag, weil es eine Investition in die Zukunft ist“, sagte er. Bildung einerseits und Vertrauen in Gott seien gleichermaßen wichtig, betonte der Dekan und wünschte namens der Delegation, des Dekanats und des Tansania-Arbeitskreises der Schule Gottes reichen Segen. Außerdem überreichte Jan Griesing aus Holzhausen/Hünstein der Leiterin des Diakonissenzentrums, Sister Florence Gatege, einen Wandbehang mit Motiven aus der Schöpfungsgeschichte sowie Freundesbriefe, die Schülerinnen und Schüler der Grundschule in Biebertal auf Anregung von Hildegard Platt gebastelt beziehungsweise geschrieben haben.

Die Karagwe Diözese bedankte sich bei dem Tansania-Arbeitskreis Ngara und Nkwenda wie auch bei Hildegard Platt mit einer Dankesurkunde: Bischof Dr. Benson Bagonza (Mitte), links davon Schwester Florence Gatege, Leiterin des Diakonissenzentrums, und rechts davon Dekan Andreas Friedrich. (Foto: Axa Gambeki)

Eine besonderes Erlebnis für die Delegation des Dekanats sei nicht nur die Einweihung, sondern auch die bunte Abschlussfeier der ersten Jahrgangs von zwölf Schülerinnen und Schülern gewesen, berichtet Pfarrer Stähler weiter: „Sie verlassen nun die Schule und werden ab Januar – in Tansania beginnt das Schuljahr immer Anfang Januar – eine Sekundarschule besuchen.“ Eric Muganyizi, ein junger Lehrer an der `Tumshubire English Primary School´ gab ihnen rückblickend auf die Schulzeit gute Wünsche mit auf den Weg: „Meine Vision für die Schule ist, den Schülerinnen und Schüler nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern gleichzeitig auch die soziale Dimension zu beachten, so dass Ihr Euch später zu verantwortungsvollen Führungskräften entwickeln könnt.“

Auf der Hinreise landete die Delegation des Dekanats in Entebbe (Uganda) und überquerte auf dem Weg zu den Partnern im Nordwesten Tansanias den Äquator. (Foto: Jörg Stähler)

Bei der Feier begeisterte nicht nur die Karagwe-Brass-Gruppe: Auch die verschiedenen Kinder- und Erwachsenenchöre überzeugten durch Gesang, Rhythmus und Tanz-Choreografie. Zum krönenden Abschluss des formellen Teils, der fünf Stunden dauerte, beteiligten sich Schulabgänger und Besucherinnen und Besucher an einer kollektiven Tanzsession, um ihrer Freude Ausdruck zu verleihen. (jst/klk-eöa)