Dautphetal-Dautphe. Wer dieser Tage die Martinskirche in Dautphe betritt, gerät unweigerlich ins Staunen. Im kompletten Kirchenschiff und im Altarraum scharen sich rund 180 EGLI-Figuren zu Szenen aus biblischen Geschichten zusammen. Am Freitag (8. November) wird die Ausstellung, die mit „…da ist Freiheit!“ überschrieben ist, um 18 Uhr eröffnet.

Die neun aus zumeist mehreren Szenen bestehenden Geschichten, die dort zwei Wochen lang zu sehen sein werden, haben alle etwas mit dem Thema Freiheit zu tun: Die Schau ist im Rahmen des Jahresthemas im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach „Freiheit… geschenkt?!“ konzipiert worden. „Wir haben bewusst Geschichten ausgesucht, in denen Gott Menschen in die Freiheit führt“, berichtet Iris Donges. Dabei darf natürlich der Exodus, der Auszug der Israeliten aus Ägypten, nicht fehlen. An mehreren Stationen sehen die Besucher hier, wie das Volk Israel für die Ägypter arbeiten muss und von Moses schließlich in die Freiheit geführt wird, wobei 4000 Liter echtes Wasser zum Einsatz kommen, um die Teilung des Roten Meeres darzustellen.

Iris Donges und Irmgard Dennstedt arbeiten an der Szenerie, die auf den Altarstufen die Geschichte des Verlorenen Sohnes zeigt. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Weitere Szenen der Ausstellung zeigen zum Beispiel die Heilung eines Kranken durch Jesus am See Bethesda, die Geschichte des verlorenen Sohns oder auch die Auferstehung Jesu´ mit dem offenen Grab. Hinter dem Aufbau der Ausstellung und dem Anfertigen der Figuren steckten ungezählte Stunde Arbeit, verriet Braun. „Wenn man bedenkt, dass man an einem Wochenende zwei solcher Figuren herstellen kann und wir 180 Figuren zeigen, bekommt man eine Vorstellung davon“, verdeutlicht er. Hinzu kommen die aufwendig gestalteten Kulissen wie etwa das Gefängnis von Philippi, an dem Braun bereits seit Januar immer wieder arbeitet.

Eine der beeindruckendsten Szenerien der Ausstellung ist die von der Heilung des Kranken am Teich Bethesda, die sich hier schon bis auf die Feinheiten fertiggestellt präsentiert. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Neben ihm zeichnen Iris Donges sowie Irmgard und Michael Dennstedt für die Ausstellung verantwortlich, die vom Messebau-Team der Firma Roth mit aufgebaut wurde. Neben den biblischen Szenen sollen aber auch solche aus dem kirchlichen Alltag im Hinterland zu sehen sein, wie Pfarrer Braun verrät. So werden im Altarraum unter anderem Taufe und Konfirmation thematisiert und auch der gekreuzigte Jesus über dem Altar soll in eine Figureninstallation eingebaut werden. „Hier wird es auch eine Zettelaktion geben, bei der die Besucher ihre Sorgen und Lasten zu Papier bringen können“, betont Braun.

Michael Dennstedt beginnt damit, eine Schafherde in der Szene zu platzieren, die die biblische Geschichte vom brennenden Dornbusch zeigt. Seine Frau Irmgard hat bereits rund 800 Egli-Schafe gefertigt. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Genau zehn Jahre ist es her, dass die Martinskirche schon einmal Schauplatz einer solche Erzählausstellung war. „Damals war sie aber nur zwei Tage lang zu sehen“, erinnerte sich Pfarrer Reiner Braun. Eigentlich viel zu kurz, wenn man bedenkt, dass Auf- und Abbau ebenso lange gedauert haben. Deswegen hat die Kirchengemeinde diesmal entschieden, dass die Ausstellung zwei Wochen lang bis zum 21. November zu sehen sein soll. Die Gottesdienste finden derweil im Gemeindehaus nebenan statt.

Fast fertig stellte sich am Dienstag vor der Ausstellungseröffnung bereits die Szene dar, die die Gefangenschaft der Israeliten in Ägyten zum Inhalt hat. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Im Laufe der zwei Wochen, die die Ausstellung geöffnet ist, wird es auch verschiedene Erzählzeiten etwa für Schulklassen oder Kindergartengruppen geben. Sie können sich über die Internetseite www.martinsbote.de anmelden. Ansonsten ist die Ausstellung täglich von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Am Donnerstag, dem 14. November, um 20 Uhr, kann man mit Pfarrer Dr. Reiner Braun den Bibliolog “Verletzung und Freiheit” erleben, der am Donnerstag, 21. November, um 15 Uhr wiederholt wird. (sval)

Die Jünger geraten in Seenot, und Jesus schreitet über das Wasser zu ihnen hin. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)