Dautphetal-Friedensdorf. Wer unbequeme Botschaften überbringt, hat es meist nicht gerade einfach. Das hat schon der Prophet Jeremia vor rund 2600 Jahren erfahren müssen, als er das Volk Gottes vom Götzendienst abbringen wollte und ihm andernfalls die Zerstörung Jerusalems und des Tempels prophezeite. Die spannende, aber nicht eben einfache Geschichte Jeremias beschäftigt in Friedensdorf im Rahmen einer Kinderbibelwoche 32 Kinder noch bis zum Abschluss-Gottesdienst am Sonntag (14. Oktober).

Wir wollten ganz bewusst mal eine nicht so bekannte biblische Geschichte behandeln“, erläutert Nicole Pfeiffer, eine der 15 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen um die Dautpher Gemeindepädagogin Kerstin Griesing, die die insgesamt sechs Tage für die Evangelische Kirchengemeinde Friedensdorf gestalten. Nicht nur inhaltliches Arbeiten, sondern auch viel Spiel, Spaß und „Action“ prägen die Tage im Gemeindehaus neben der Kirche, die ganz passend deshalb auch mit „Ferien ohne Koffer“ überschrieben sind. „Wir sind den ganzen Tag über bis zum Nachmittag zusammen“, erzählt Kerstin Griesing. Ehrenamtliche Helferinnen aus der Kirchengemeinde kümmern sich um die Verpflegung der Kinder und des Teams.

Mit kurzen Bibel-Szenen führen die Mitarbeiter die Kinder ins jeweilige Tagesthema ein. Hier unterschreibt Jeremia (Lucas Becker, 2.v.r.) den Kaufvertrag für Hanamels Acker (Luca Chambré, re.), der erst in 70 Jahren in Kraft tritt – der Prophet weiß, dass dann die Besatzung der Babylonier enden wird. Seine Freunde (v.l.) Max Niederhöfer, Theresa Debus, Mika Spies und Sebastian Raab versuchen das zu verstehen. (Foto: Kordesch/eöa)

Jeremia habe den Auftrag, die Menschen zur Umkehr aufzurufen, und er wisse, dass Gott sein ungehorsames Volk nicht vor den Babyloniern schützen werde: „Er hat es schwer, denn die Leute im Land Juda wollen nicht auf ihn hören“, erklärt die Gemeindepädagogin den alttestamentlichen Bericht. Jeremia wisse aber auch, dass die Besatzung nach 70 Jahren enden werde, so dass bei aller Klage und Verzweiflung auch die Hoffnung eine große Rolle in dem Buch spiele. „Wir haben uns selbst erst in das Thema einarbeiten müssen, da wir es ja auch für die Zweit- bis Fünftklässler verständlich umsetzen müssen“, macht Kerstin Griesing bewusst.

32 Kinder und 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen machen derzeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Friedensdorf „Ferien ohne Koffer“. Im Mittelpunkt der sechs Tage steht die Geschichte des Propheten Jeremia. (Foto: Kordesch/eöa)

Verschiedende Schlüsselszenen aus der biblischen Geschichte werden eingangs eines jeden Tages in einem kleinen „Bibeltheater“ von den Mitarbeitern vorgespielt, gemeinsam mit Kantorin Rut Hilgenberg einige Lieder gesungen und gebetet. Eine Postbotin, dargestellt von Julia Grüneberg, stellt mit dazu passenden aktuellen Botschaften die Verbindung zur heutigen Welt dar und macht die Inhalte so besser verständlich, mit denen sich die Kindern nach einem Imbiss den Vormittag über in Kleingruppen beschäftigen. Nach der Mittagspause gibt es dann ganz nach Lust und Laune die Möglichkeit, Fußball oder Airhockey zu spielen, mit der Wii zu tanzen oder in einem „Snozzleraum“ Geschichten und leiser Musik zu lauschen.

An einer kleinen „Klagemauer“ konnten die Kinder in Friedensdorf ihre auf Zettelchen notierten Sorgen und Bitten vor Gott bringen. (Foto: Kordesch/eöa)

Am Nachmittag standen dann beispielsweise ein Geländespiel und eine Dorfrallye oder der Ausflug zu einem Landmaschinenhändler, ins Schwimmbad beziehunsgweise Reiten oder Schreinern zur Auswahl. Außerdem gab´s einen Kreativ-Nachmittag, bei dem die Kinder Armbänder, Windlichter und Tiere aus Kuschelsocken basteln oder selbst Seife herstellen konnten. Der Abschluss der „Ferien-ohne-Koffer“-Kinderbibelwoche findet am Sonntag (14. Oktober) statt, wenn die Kinder im Gottesdienst gemeinsam mit der Gemeinde erfahren, dass sich Gottes Wort erfüllt und die Babylonier wieder abziehen. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in der evangelischen Kirche Friedensdorf. (klk/eöa)

An einer kleinen „Klagemauer“ konnten die Kinder in Friedensdorf ihre auf Zettelchen notierten Sorgen und Bitten vor Gott bringen. (Foto: Kordesch/eöa)