Wissen Sie schon, wo Sie Ihr Kreuzchen am Sonntag bei der Europawahl machen? 40 Parteien treten an, der Wahlzettel soll fast einen Meter lang sein. Der Sozial-O-Mat der Diakonie kann Wählerinnen und Wählern eine Entscheidungshilfe für den 26. Mai bieten.

Die Europawahl ist die neunte Direktwahl zum Europäischen Parlament. Viele Institutionen und Einrichtungen auch der Kirchen rufen dazu auf, wählen zu gehen und den europäischen Gedanken so zu unterstützen. Doch wem soll man seine Stimme geben? Die Diakonie will mit ihrem Sozial-O-Maten zur Europawahl 2019 dabei helfen, die Positionen der Bundestags-Parteien zu sozialen Themen zu vergleichen, um so zu einer Wahlentscheidung zu kommen.

Der Sozial-O-Mat der Diakonie orientiert sich am Wahl-O-Maten der Bundeszentrale für politische Bildung. Wie dieser bietet er eine Hilfestellung bei der politischen Meinungsbildung, spricht aber ausdrücklich keine Wahlempfehlung aus.

Als Sozial-O-Mat beschränkt er sich auf sozialpolitische Themen und die im Bundestag vertretenen Parteien, also CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP und AfD. Der Sozial-O-Mat zeigt auf, wie diese Parteien zu ausgewählten sozialen Themen stehen.

Dazu zählen die Themenbereiche Faire Lebensbedingungen, Lernen und Arbeiten, Wirtschaft sowie Flucht und Migration. Nutzer können zwölf Thesen mit “stimme zu”, “stimme nicht zu”, “neutral” oder “These überspringen” beantworten und mit den Positionen von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP und AfD abgleichen. Der Sozial-O-Mat errechnet den Grad der Übereinstimmung der Antworten mit den Positionen der Parteien.

Der Sozial-O-Mat zeigt an konkreten Beispielen, welche Folgen die jeweilige Entscheidung für die konkrete Lebenssituation von Betroffenen hat: Welche Art Kindergarten kommt heraus, wenn ich meine, dass das EU-Vergaberecht nur den Preis als wichtigstes Kriterium empfehlen sollte? Wer profitiert davon, wenn die EU von allen ihren Mitgliedern eine Grundsicherung verlangt, oder wenn in jedem Land ein fairer Mindestlohn eingeführt wird?

„Welches Europa wir bekommen, liegt nicht zuletzt in unseren Händen“

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie schreibt ins einem Blog: „Spannend finde ich auch, wie der Sozial-O-Mat zeigt, was geschieht, wenn man keine Meinung hat: Dann unterstütze ich automatisch die Position, mit der sich gar nichts ändert. Dann bleibt eben alles, wie es ist.“ Menschen, die nicht zur Wahl gehen oder denen es zu mühsam scheint, sich eine Meinung zu bilden, sei das wohl nur selten bewusst. Er fordert: „Überprüfen Sie Ihre Entscheidung, bevor Sie wählen gehen. Welches Europa wir bekommen, liegt nicht zuletzt in unseren Händen.“

Die Menschen in Europa hätten zwar die gleichen Rechte, dennoch seien die Lebensbedingungen sehr unterschiedlich und keinesfalls für alle sozial gerecht, erklärt Diakonie Lilie. Der Sozial-O-Mat der Diakonie bietet Wählerinnen und Wählern nicht nur in Deutschland eine Entscheidungshilfe für die Europawahl am 26. Mai. Die Diakonie setze sich auch mit ihrem europäischen Netzwerk Eurodiaconia dafür ein, dass soziale Grundsätze und Prinzipien in ganz Europa umgesetzt werden.

» Link: https://www.sozial-o-mat.de/