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Doppelter Abschied wegen einmaliger Chance: Die Pfarrerinnen Tatjana Frenzel und Kersten Marie Stegmann werden am 30. Januar verabschiedet

Doppelter Abschied wegen einmaliger Chance: Die Pfarrerinnen Tatjana Frenzel und Kersten Marie Stegmann werden am 30. Januar verabschiedet


# Neuigkeiten
Datum der Veröffentlichung Veröffentlicht am Montag, 24. Januar 2022, 18:29 Uhr
Doppelter Abschied wegen einmaliger Chance: Die Pfarrerinnen Tatjana Frenzel und Kersten Marie Stegmann werden am 30. Januar verabschiedet
 

Gleich zwei Pfarrerinnen werden am 30. Januar in ihren Kirchengemeinden im Nachbarschaftsraum Oberland verabschiedet: „Ich bin traurig, zu gehen“, sagt Tatjana Frenzel, die evangelische Pfarrerin von Wolzhausen und Quotshausen, und sie spricht auch für ihre Kollegin Kersten Marie Stegmann aus der Evangelisch-lutherischen Gemeinde Obereisenhausen. Die beiden Theologinnen wechseln in die Kirchengemeinde Haiger ins Nachbardekanat „An der Dill“. „Es ist einfach eine einmalige Chance, den Pfarrdienst in einer Gemeinde gemeinsam gestalten und als Team unterwegs sein zu können“, ergänzt Stegmann.

Die Pfarrerinnen Tatjana Frenzel (li) und Kersten Marie Stegmann werden am Sonntag verabschiedet. Sie wechseln auf zwei Pfarrstellen nach Haiger. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)


Der Abschied fällt umso schwerer, als sich die beiden Pfarrerinnen von vielen Gemeindemitgliedern nicht persönlich verabschieden werden können: Wegen der durch die Pandemie eingeschränkten Besuchszahlen kann man an den Verabschiedungs-Gottesdiensten nur nach Anmeldung teilnehmen, und einen Empfang danach gibt es natürlich auch nicht (Anmelde-Infos am Textende).

Beide blicken ebenso dankbar wie wehmütig auf die vergangenen Jahre in ihren Kirchengemeinden zurück: Kersten Marie Stegmann ist seit fünfeinhalb Jahren mit einer ganzen Stelle Pfarrerin in Obereisenhausen, Tatjana Frenzel mit halber Stelle etwa zwei Jahre länger in Wolzhausen und Quotshausen. Es waren fordernde, aber unterm Strich gute Jahre: Tatjana Frenzel nennt als Beispiel die kostenaufwändige Sanierung ihrer beiden Kirchen, für die der Eigenanteil der nur rund 550 Köpfe zählenden Gemeinde tatsächlich allein durch Spenden aufgebracht werden konnte: „Die Gemeinde hat das toll unterstützt“, lobt sie mit Blick auf die für die Kirchen ins Leben gerufenen Fundraising-Aktionen. Auch sich selbst fühlt sie unterstützt, beispielsweise hinsichtlich der doch recht großen Entfernung zu ihrem Wohnort in Siegen-Eiserfeld. Wie sehr die Gemeinde sie schätzt, wird durch eine liebevoll gestalteten Extra-Ausgabe des Gemeindebriefs zum Abschied deutlich.

Auch Kersten Stegmann ist begeistert von ihrem bisherigen Arbeitsort: „Die Zusammenarbeit mit den Menschen und den Vereinen hier lief super; die Menschen schätzen es, wenn wir als Kirche uns im Dorfleben einbringen.“ Ähnlich empfinden sie die Situation bei Beerdigungen. Trauerfeiern und die Botschaft, die sie dabei vermitteln können, sind für Frenzel und Stegmann gleichermaßen wichtig: „In den kleineren Orten kommen manchmal fast alle Einwohner, in dieser besonderen Situation erreichen wir Menschen, die wir sonst nicht in der Kirche und in der Gemeinde sehen“, sind sie sich einig: In diesem Zusammenhang: Als außergewöhnlich positiv und nicht selbstverständlich schätzen beide auch die Zusammenarbeit mit den Bestattungsunternehmen vor Ort ein.

Neben der Seelsorge nennen sie die Konfirmandenarbeit als wichtigsten Bereich ihrer Arbeit, obwohl sich gerade dieser in der Coronazeit besonders schwierig gestaltet hat. Aber gerade deshalb gehört der Abendmahlsgottesdienst mit den Konfirmanden und deren Eltern in der Brückenstraße für Tatjana Frenzel zu den unvergesslichen Momenten ihrer Zeit in Wolzhausen und Quotshausen. Erinnerungen an corona-konforme Gottesdienste in den Gärten der Gemeindeglieder mit den Kolleginnen im Nachbarschaftsraum Susanne Scherer und Stefan Föste zählen auch zu diesen Momenten.

Der Abendmahlsgottesdienst mit den Konfirmanden und deren Eltern in der Brückenstraße war für Tatjana Frenzel ein Höhepunkt ihrer Zeit in Wolzhausen und Quotshausen. (Foto: Gemeinde Wolzhausen / Quotshausen)

Für Kersten Marie Stegmann sind neben den Familien- und Kindergottesdiensten auch die Aktivitäten in der Passions- und Osterzeit ein Höhepunkt im Gemeindeleben, zumal dann vieles gemeinsam und abgestimmt mit der Gemeinde Gönnern entwickelt wurde. Auch der Krippenspiel-Gottesdienst am 23. Dezember: mit dem Kindergottesdienst-Team zählt für Stegmann zu den Highlights: „Da ist ein tolles Team im Einsatz, das gewiss auch ohne mich funktioniert“, meint sie zuversichtlich. Dabei war nicht immer alles eitel Sonnenschein während der vergangenen Jahre: Als „herausfordernd wegen der ganz anderen Frömmigkeitsstile“ bezeichnet Tatjana Frenzel beispielsweise das größtenteils respektvolle Miteinander mit den sechs christlichen Gemeinschaften in ihrem Zuständigkeitsbereich.

„Wenn sich das in Haiger nicht so ergeben hätte, wären wir gerne hier geblieben“, sind sich die beiden einig: „Ich bin wirklich gerne hier gewesen, es ist eine Gemeinde, in der man gut leben und arbeiten kann“, sagt Kersten Stegmann. Aber in Haiger warten zwei ganze Stellen auf die beiden Pfarrerinnen: „Das ist ein Geschenk, eine Chance, die sich uns wie auf dem Silbertablett präsentiert hat.“ Beide mussten nicht lange überlegen, sich gemeinsam auf die zwei Stellen zu bewerben. Kein schlechter Zeitpunkt auch mit Blick auf ihr Alter, finden die 36-jährige Stegmann und die 43-jährige Frenzel: „Eine gute Zeit, um mit etwas Neuem zu beginnen“, sind sie sich einig.

Dass die Chemie zwischen den beiden Pfarrerinnen stimmt und auch die Zusammenarbeit funktioniert, hatten sie da schon mehrfach bei gemeinsamen Video-Projekten bewiesen: Sowohl den Valentinstags-Gottesdienst als auch den Muttertags-Gottesdienst im Coronajahr 2021 (Titelfoto dieses Beitrags) produzierten die beiden Pfarrerinnen gemeinsam – ebenfalls Höhepunkte in den Erinnerungs-Charts. „Da haben wir schon gemerkt, dass es super läuft mit dem Zusammenarbeiten“, erzählen sie. Aber schon vorher habe es guten Austausch und Kontakt gegeben, zumal sich beide schon von früher aus dem Theologischen Seminar in Herborn kennen: Frenzel war dort im Spezialvikariat, als Stegmann ihr Vikariat im Gemeindedienst absolvierte. Dafür wiederum war Tatjana Frenzel zwischen 2011 und 2013 in Haiger.

Eine der Aufgaben für die Pfarrerinnen dort wird sein, die Ortschaften der beiden Pfarrbezirke näher „zusammenzurücken“ und den Vorstellungen des Kirchenvorstands entsprechend wirklich zu einer Gemeinde werden zu lassen. „Wir werden auch schwerpunktbezogen und gabenorientiert arbeiten und nicht auf die Pfarrbezirke ausgerichtet“, kündigen Frenzel und Stegmann an, auch mit Blick auf den Prozess, dass Kirchen und Gemeinden an der Dill ohnehin – wie im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach schon geschehen – in Nachbarschaftsräumen zusammenarbeiten werden.

Fürs Foto hat Kersten Marie Stegmann neben ihrer Gottesdienst-Kladde, die sie während aller Gottesdienstfeiern, Beerdigungen und Taufen begleitet und in der für sie besonders bedeutsame Feiern auch eingeheftet bleiben, ihre Laufschuhe mitgebracht. „Ich hab´ schon immer Sport gemacht, aber erst hier mit dem Laufen angefangen“, berichtet sie: „Dabei kann ich Energie tanken. Es ist eine unglaublich schöne Gegend hier, die Schöpfung liegt einem zu Füßen! Das Laufen wird mich sicher auch weiter begleiten.“ Tatjana Frenzel hat ihre Handpuppe „Pfarrer Konstantin“ mit dabei, der im Reli-Unterricht, aber auch in Familien- und Ostergottesdiensten seine Auftritte hat – und ein dickes schwarzes Buch, ihre „Reformierte Theologie“. Die wird sie in Haiger wieder öfter zur Hand nehmen können – die Gemeinden „an der Dill sind reformiert, während die meisten im Hinterland lutherisch geprägt sind. „Aber ich habe das Gefühl, dass wir bei der Gottesdienstgestaltung ziemlich freie Hand haben“, lacht sie.

Die Pfarrerinnen Tatjana Frenzel (li) und Kersten Marie Stegmann werden am Sonntag verabschiedet. Sie wechseln auf zwei Pfarrstellen nach Haiger. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Tatjana Frenzel wird am Sonntag (30. Januar) um 14 Uhr in der evangelischen Kirche Breidenbach verabschiedet. Anmeldungen sind bis 27. Januar bei Angelika Künkel (Tel. 06465/20904, E-Mail a-28-k@t-online.de möglich. Die Angemeldeten erhalten eine Eintrittskarte. Es besteht die Möglichkeit, der scheidenden Pfarrerin auch persönliche schriftliche Grußworte und Wünsche zu übermitteln.

Die Verabschiedung von Kersten Marie Stegmann findet um 17 Uhr in der Kirche Obereisenhausen statt. Anmelden kann man sich zur Teilnahme dienstags bis donnerstags von 16 bis 18 Uhr unter der Tel. 06464/237 oder per E-Mail an kirchengemeinde.obereisenhausen@ekhn.de. Beide Gottesdienste werden auch aufgezeichnet und das Video anschließend auf dem YouTube-Kanal des Dekanats Biedenkopf Gladenbach veröffentlicht.

Die Vertretung für die sogenannten Kasualien wie Beerdigungen, Trauungen und Taufen übernehmen Pfarrer Carsten Simon (Lixfeld und Frechenhausen, Tel. 06464/91 10 17) für Obereisenhausen und Pfarrer Stefan Föste (Oberhörlen, Tel. 06464/238) für Wolzhausen. Pfarrer Olaf Schmidt begleitet den Kirchenvorstand in Obereisenhausen, Dekan Andreas Friedrich den in Wolzhausen. (klk/eöa)

Bildunterschrift Titelfoto:

Der Muttertagsgottesdienst, den Tatjana Frenzel (li) und Kersten Marie Stegmann gemeinsam als Video gedreht haben, war einer der Höhepunkte ihrer Zusammenarbeit im Hinterland, die sich nun in Haiger fortsetzen wird. (Screenshot: Dekanat BiG)