Dautphetal-Dautphe. Zur vorgerückten Stunde erlebten am Heiligabend mehrere Hundert Besucher die Christmette in der Dautpher Martinskirche und freuten sich über die Zusage der Hoffnung.

Seit fast 40 Jahren ist die Christmette der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dautphe Anziehungspunkt für Menschen aus der ganzen Region. Nach Familienfeiern, Geschenken und viel gutem Essen ist der besinnliche Gottesdienst in der letzten Stunde des Tages Sammelpunkt für Menschen, die sonst das Jahr über nicht mehr im Hinterland zu Hause sind – oder einfach auch nur ein Treffpunkt, um gemeinsam über manchmal ungewöhnliche Gedanken doch zum Kern von Weihnachten zu gelangen.

Hanna Scherer und Lea Müller machten in einer kleinen Szene deutlich, was Klimawandel und der biblische Text gemeinsam haben. (Foto: Jürgen Jacob)

Seit genau 35 Jahren steht das Lied „Die Wüste wird blühen“ Jahr für Jahr auf dem Programm und gehört für viele Menschen in Dautphe und Umgebung zu Weihnachten wie andernorts „Stille Nacht“ oder „O Du fröhliche“.

Das Lied des Niederländers Hoob Oosterius beruht auf Versen des 35. Kapitels des biblischen Buches Jesaja und stand diesmal auch im Mittelpunkt der Andacht von Wolfgang Freitag.

„Es ist ein Lied, das von Hoffnung spricht“, machte Freitag deutlich und berichtete auch gleich, dass „Hoffnung“ den gleichen Wortstamm wie „hüpfen“ hat. Mit dem Blick auf die Trostlosigkeit, die von vertrockneten Wüsten ausgeht, und dass schon bei leichtem Regenschauer trotzdem Leben zum Vorschein kommt, betonte Freitag: „Durch Jesus Geburt streut Gott die Saat des Lebens neu in unsere Welt.“

Das Kind aus der Krippe endet als erwachsener Mann am Kreuz, aber durch den Tod hindurch führt Gott Jesus zur Auferstehung und zum Leben. „Darauf dürfen auch wir hoffen, das ist das Ziel unseres Lebens“, sagte der ehemalige Dautpher Gemeindediakon.

Luzie Schmidt, Josia Dillmann, Raphael Runzheimer und Pauline Müller (von links) erfreuten mit ihren Liedern bei der Christmette in der Martinskirche. (Foto: Jürgen Jacob)

Gemeinsam mit einem Team von engagierten Ehrenamtlichen hatte Wolfgang Freitag den besonderen Gottesdienst vorbereitet. So machten beispielsweise Hanna Scherer und Lea Müller mit einer kleinen Szene deutlich, dass der heutigen Klimawandel und das Lied und seine biblische Grundaussage durchaus im Einklang stehen. Im Anschluss an die Verkündigung wurde das Licht der Kerzen vom Altar aus zu den Besuchern gebracht und erhellte so die Kirche nach und nach und unterstützte die Stimmung in dem einzigartigen Gottesdienst.

Passend zu dem Thema begeisterten Luzie Schmidt (Klavier), Josia Dillmann (Gitarre), Pauline Müller (Gesang, Ukulele) und Raphael Runzheimer (Gesang, Percussion) mit den modernen Liedern „You are the Reason“ und „My Lighthouse“.

Musik spielte auch sonst eine große Rolle in dem festlichen Gottesdienst: Joy Mutschler am Klavier begeisterte mit ihren Instrumentalstücken und die gemeinsam gesungenen Lieder „Hört, der Engel helle Lichter“, „Als die Welt verloren“ und „O du Fröhliche“ bereicherten den Gottesdienst. (jj)

Das Licht der Kerzen erhellt die Besucher der Christmette und die Dautpher Martinskirche. (Foto: Jürgen Jacob)