DEKANAT / Gladenbach-Weidenhausen. „Sie haben besonders viel mitbekommen von den schöpferischen Gaben, die Gott uns geschenkt hat!“ Mit diesen Worten charakterisierte Dekan Andreas Friedrich am Sonntag die neue Dekanatskirchenmusikerin Dina Zavodovska, die er anschließend offiziell in ihr Amt einführte.

Zugleich schlug er inhaltlich den Bogen zum Erntedankfest, das die Gemeinden des Kirchspiels Gladenbach im Rahmen dieses Gottesdienstes gemeinsam in der Reithalle des Feldhuterhofes in Weidenhausen feierten. „Gott hat eine atemberaubende Vielfalt an Farben, Formen und Tönen geschaffen, zusätzlich zu der Fülle seiner Geschenke an uns“, machte der Dekan mit Blick auf die vom Küsterteam prachtvoll dekorierten Erntedank-Gaben rund um den Altar bewusst. Gott schenke uns auch besondere Gaben, damit wir schöpferisch tätig sein könnten – so wie Dina Zavodovska, die Friedrich bereits in den vergangenen Monaten als „hoch kreativen Menschen“ habe kennenlernen können.

Dina Zavodovska ist am Sonntagvormittag im Rahmen des Erntedank-Gottesdiensts in Weidenhausen von Dekan Andreas Friedrich in ihr Amt als Dekanatskirchenmusikerin im Kirchenspiel Gladenbach und im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach eingeführt worden. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Denn eigentlich hätte Dina Zavodovska schon am Ostermontag in ihr Amt als Dekanatskirchenmusikerin im Kirchenspiel Gladenbach und im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach eingeführt werden sollen. „Sie haben nun so lange darauf gewartet!“, bedauerte Pfarrer Matthias Ullrich die Corona-bedingte Verzögerung, der zusammen mit Vikarin Deborah Kehr, Pfarrer Axel Henß und Pfarrer Klaus Neumeister die Feier gestalte und sich mit ihnen auch die Predigt teilte.

 

Die Gottesdienstbesucher hatten mit viel Abstand auf Bänken in der Reithalle Platz gefunden. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Darin setzten sich die vier Theologen mit dem „Brotwunder“ auseinander: Jesus bekommt mit ein paar Broten und einigen Fischen 4000 Menschen satt, die drei Tage lang bei ihm sind: „Schade, dass wir nicht wissen, was da passiert ist, was Jesus da gesagt hat“, sinnierte Henß, der durch die Geschichte die Volksweisheit „Liebe geht durch den Magen“ biblisch bestätigt sah. Während die Jünger panisch reagierten – „Wie sollen wir alle satt bekommen?“-, habe Jesus auf das gesehen, was vorhanden war, meinte Deborah Kehr und empfahl das Prinzip zur Nachahmung: Es sei genug für alle da, ob in den Kleiderschränken, den Bücherregalen oder an Platz für Notleidende: „Müssen wir all das für uns behalten und drauf sitzenbleiben oder wollen wir es nicht austeilen?“, fragte sie.

Unter anderem der Chor „Ad Novum“ gestaltete den Einführungs- und Erntedank-Gottesdienst in der Reithalle musikalisch mit. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Klaus Neumeister wies darauf hin, dass sogar noch sieben Körbe Brot übrigblieben, als die Menschen mit „dem Geschmack des Wunders“ im Mund wieder gegangen seien. Jesus habe ihnen Wegzehrung nicht nur für den Leib, sondern gewiss auch für Geist und Seele mitgegeben. „Nahrung für die Seele; das Wort, das Mut und Hoffnung schenkt, aber auch zur Verantwortung mahnt“ fehle heute vielen ebenso wie Dankbarkeit: „Es ist ein großer Hunger in der Welt, auch bei den Reichen, Wohlhabenden und Satten!“, sagte Neumeister.

Dekanatskirchenmusikerin Dina Zavodovska begleitet Isabella Kranz bei einem Lied, das Pfarrer Matthias Ullrich spontan in den Gottesdienst miteingebracht hatte. (Foto: Klaus Kordesch/eöa

Tatsächlich sei die Brotvermehrung ein Wunder, war sich Matthias Ullrich sicher, der zuvor verschiedene Erklärungen versuchte. Sechsmal werde in unterschiedlichen Varianten davon in der Bibel berichtet, so wichtig sei das Ereignis den Evangelisten gewesen, sagte Ullrich, der Jesu´ Aufforderung an die Jünger „Gebt ihr ihnen zu essen!“ als aktuelle Botschaft zu Erntedank hervorhob.

Die mit den Erntedank-Gaben dekorierte Kutsche bildete den Blickfang in der Reithalle. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Musikalisch gestalteten außer Dina Zavodovska am E-Piano und Solistin Isabella Kranz der Chor der Martinskirche unter der Leitung von Doris Menz und der von Johannes Tunyogi-Csapó geleitete Chor „Ad Novum“. Ihnen wie auch dem Technikteam des Kirchspiels, den Parkeinweisern der Feuerwehr, der gastgebenden Familie Nitz und dem Küsterteam für die Erntedank-Dekoration galt der besondere Dank des Pfarrteams. (klk/eöa)

Die Gottesdienstbesucher hatten mit viel Abstand auf Bänken in der Reithalle Platz gefunden. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Headerfoto: Die Gottesdienstbeteiligten (v.l.) Matthias Ullrich, Axel Henß, Dekanatskantor Johann Lieberknecht, Dina Zavodovska, Andreas Friedrich und Deborah Kehr. Es fehlt Klaus Neumeister, der am Ausgang den Gottesdienstbesuchern noch ein Wort auf den Weg mitgab. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

 

Teilen und folgen