Allendorf-Osterfeld. “Suche Frieden”: Unter diesem von der Jahreslosung inspirierten Thema stand der traditionelle “Tag der offenen Tür” im Lebenshaus Osterfeld am Pfingstmontag. Bei trotz anderslautenden Prognosen bestem Sommerwetter und einigen bedrohlichen Wolken waren wieder viele Besucher nach Osterfeld gekommen, um bei einem der Höhepunkte im Lebenshaus-Jahreslauf dabeizusein.

Am Pfingstmontag öffnet das christliche Tagungshaus traditionell seine Pforten zum “Tag der offenen Tür”, um Neugierige und Freunde des Hauses willkommen zu heißen. Im Zentrum des Tages stand wie üblich die Feier eines gemeinsamen Gottesdiensts im Garten des Lebenshauses, bei dem in diesem Jahr Pfarrer Paul-Ulrich Rabe (Evangelische Kirchengemeinde Buchenau) predigte. Er widmete sich am Beispiel der biblischen Geschichte von Joseph und seinen Brüdern der Jahreslosung “Suche Frieden und jage ihm nach”.

25 Jahre Lebenshaus: Mit einer kleinen Fotoausstellung erinnerte der Lebenshaus-Verein an die Geschichte des kleinen christlichen Seminarhauses. (Foto: Kordesch/eöa)

Joseph, dessen Brüder ihn in die Sklaverei verkauft hatten, sei von Gott gerettet worden und zum zweiten Mann nach dem Pharao in Ägypten aufgestiegen, schilderte Rabe. Als er seine Brüder wiedertrifft, vergelte er aber nicht Böses mit Bösem und gehe so einen Weg zum Frieden. In diesem Zusammenhang sei die Frage nach der Bedeutung von Schuld wichtig, machte der Theologe bewusst: Damit Frieden und Versöhnung geschehen könne, müsse die Schuld – die man gerne anderen oder den schwierigen Umständen zuschreibe – ausgeräumt werden. Gott habe die Schuld der Brüder ans Licht gebracht und ihren Gesinnungswandel und damit die Versöhnung ermöglicht, erläuterte Rabe. Auch Josephs Herz sei zur Versöhnung bereit gewesen und nicht hart geworden.

Der Weg zum Frieden ist kein einfacher, aber er lohnt sich: Pfarrer Paul-Ulrich Rabe aus Buchenau hielt die Predigt beim Lebenshaus-Gottesdienst am Pfingstmontag. (Foto: Kordesch/eöa)

Frieden mit Gott sei den Menschen nur möglich durch das Opfer Jesu´ im Tod am Kreuz und durch das Eingeständnis und Ausräumen der Schuld, machte Rabe bewusst. Der Weg zum Frieden sei kein einfacher Weg: „Den Frieden suchen und ihm nachjagen ist ein lohnendes Ziel, aber nicht einfach zu erreichen“, schloss er seine Predigt. Musikalisch begleitete das Musikteam aus Buchenau den Gottesdienst, in dessen Vorfeld die Besucher bereits gemeinsam mit der Band neuere Lobpreis- und Gottesdienstlieder singen konnten.

Kaum ein Sitzplatz im Garten des Lebenshauses blieb zum Gottesdienst am Pfingstmontag frei: Viele Freunde des christlichen Tagungshauses waren zum traditionellen Tag der offenen Tür gekommen. (Foto: Kordesch/eöa)

Rund um das Thema „Frieden“ gab es bereits am Vormittag verschiedenen Aktionsangebote, so beispielsweise Friedensspiele, eine Bildbetrachtung und ein Friedensmemory. Außerdem konnten die Gäste an Dialogwänden ihre Anregungen und Ideen zu „Frieden in unserem Alltag“ festhalten. Wer wollte, konnte sich in dem christlichen Seminarhaus umsehen, das sich nicht nur wegen seiner Kapelle als Oase der Stille und Einkehr empfiehlt, sondern auch zwei Einzelzimmer und fünf Doppelzimmer sowie weitere Übernachtungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung bietet.

Vor dem Gottesdienst konnten die Besucher mit dem Buchenauer Musikteam singen und sich musikalisch auf die Feier einstimmen. (Foto: Kordesch/eöa)

Schließlich gab es anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Lebenshaus“ auch eine Bilderschau mit Motiven aus dem vergangenen Vierteljahrhundert. Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz: Dank der Lebenshaus-Vereinsmitglieder und zahlreicher Helferinnen und Helfer konnten sich die Gäste vor dem Gottesdienst das Mittagessen sowie danach Kaffee und Kuchen munden lassen. (klk/eöa)

Friedens-Memory: Beim „Tag der offenen Tür“ im Lebenshaus ging es inhaltlich um das von der Jahreslosung inspirierte Thema „Suche Frieden“. (Foto: Kordesch/eöa)