Breidenbach / Mainz. Burkhard Schmidt aus Breidenbach ist seit Samstag zertifizierter kirchlicher Umweltauditor. Nach einem Jahr Fortbildung in Form von Wochenendkursen und Zirkeltagen sowie ersten praktischen Erfahrungen in Kirchengemeinden sind er und acht andere Absolventen aus dem Bereich der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in der Lage, ehrenamtlich kirchliche Einrichtungen auf ihrem Weg zu einem umweltfreundlichen und nachhaltigen Gemeindeleben zu begleiten.

Am Samstag (21. Januar 2017) nahmen Schmidt und weitere acht Frauen und Männer das Zertifikat „Kirchlicher Umweltauditor / Kirchliche Umweltauditorin“ von Oberkirchenrat Pfarrer Christian Schwindt entgegen, dem Leiter des “Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung” (ZGV) der EKHN. „Ich habe in der Fortbildung gelernt, dass Kirchengemeinden ganz viel bewegen können, wenn sie das Umwelt-Managementsystem „Grüner Hahn“ einführen“, so Burkhard Schmidt, der bis zum Eintritt in den Vorruhestand für einen großen Energieversorger in der Region tätig war. Auch auf Basis diese Erfahrungen steht er künftig nach Absprache mit dem ZGV als Ansprechpartner für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach zur Verfügung.

Deutschlandweit sind bereits über 700 Gemeinden mit dem „Grünen Hahn“ ausgezeichnet. Erfahrungen haben gezeigt, dass der Ressourcenverbrauch ohne weitere Ausgaben – allein durch Veränderung des Nutzerverhaltens – dauerhaft um 10 bis 20 % gesenkt werden kann (3 bis 20 Prozent weniger Wärmeenergieverbrauch, 10 Prozent weniger Stromverbrauch, 5 bis 20 Prozent weniger Wasserverbrauch). Wird der Verbrauch von Energie und Wasser reduziert, sinken in der Regel auch die Kosten, so dass mehr Geld für andere Aktivitäten der Kirchengemeinde übrig bleibt.

Burkhard Schmidt (4.v.l.) ist kirchlicher Umweltauditor. Er und die anderen Fortbilduings-Absolventen erhielten am Samstag ihre Zertifikate von ZGV-Leiter Christian Schwindt (4.v.r.). (Foto: ZGV)

Burkhard Schmidt (4.v.l.) ist kirchlicher Umweltauditor. Er und die anderen Fortbildungs-Absolventen erhielten am Samstag ihre Zertifikate von ZGV-Leiter Christian Schwindt (4.v.r.). (Foto: ZGV)

Die Kosten für die Zertifizierung werden momentan vom EKHN-Ökofonds „Grüner Hahn“ übernommen. Außerdem können zertifizierte Gemeinden zusätzliche Mittel aus dem Fonds beantragen, um Umsetzungsmaßnahmen zu finanzieren. Die anderen neuen kirchlichen Umweltauditorinnen und -auditoren kommen aus den evangelischen Dekanaten Darmstadt Stadt, Frankfurt, Rheingau-Taunus, Hochtaunus, an der Dill und aus der Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Die Klimaschutzmanagerin Kathrin Saudhof vom ZGV erhofft sich durch die Ausbildung weiterer kirchlicher Umweltauditoren noch mehr Schneeballeffekte: „Die Umweltauditoren starten in einer Kirchengemeinde oder kirchlichen Einrichtung. Diese können dann als gutes Beispiel für Nachbargemeinden dienen und dort eigene Aktivitäten motivieren. Dadurch kann das Umweltmanagement in der EKHN schneller verbreitet werden.“

Der nächste Fortbildungskurs startet am 10. März 2017 und ist bereits ausgebucht. Dennoch sollten sich Interessierte bei der Klimaschutzmanagerin Kathrin Saudhof vom ZGV melden, um sich als „Nachrücker“ registrieren zu lassen. Kontakte: Kathrin Saudhof, Tel.: (06131) 2874452, E-Mail: k.saudhof@zgv.info; Burkhard Schmidt, Tel.: (06465) 17 74, E-Mail: schmidt.bu@t-online.de. (zgv/klk)