Hatzfeld/E. In einem feierlichen Gottesdienst in der Stadtkirche Hatzfeld hat die Pröpstin für Nord-Nassau, Pfarrerin Annegret Puttkammer, Pfarrer Olaf Muntanjohl in den Vorruhestand verabschiedet. Dankeschön und Lebewohl sagten neben Kirchenvorsteherin Angelika Schmitt auch viele Mitglieder der drei Pfarrgemeinden Hatzfeld, Holzhausen und Lindenhof.

Zur stimmungsvollen musikalischen Begleitung der Verabschiedung trugen die Kirchengemeinde und das Chörchen aus Hatzfeld bei. Das Chörchen ließ zuerst das Lied „Du großer Gott“ mit Sologesang von Julia Achenbach und am Ende mehrstimmig das Lied „Zeit ist ein Geschenk“ hören. Pröpstin Annegret Puttkammer überreichte die Urkunde der Kirchenleitung zur Versetzung in den Ruhestand und dankte dem Pfarrer für seine langjährigen treuen Dienste, in denen er in Freud und Leid den Menschen seines Berufsumfeldes zur Seite stand. „Die Energie, Kraft und Motivation für diesem Beruf kommt von Gott“, sagte die Pröpstin.

Pfarrer Dieter Olaf Muntanjohl (Foto: Regina Hartmann)

Begonnen hatte Pfarrer Muntanjohl seine Tätigkeit mit dem Vikariat in Bottenhorn in 1981. Dann folgten eine vierjährige Elternzeit, die Ordination 1987 im Dekanat Idstein in Waldems, später der Wechsel nach Glashütten bei Königstein. Dort wurde er ab 1996 dann auch Schulpfarrer an der St. Angela Schule und der Taunusschule. 2007 gab es einen Wechsel nach Limburg an die Marienschule. Ende 2014 folgte dann noch einmal die neue Aufgabe als Gemeindepfarrer mit der ganzen Bandbreite der Gemeindearbeit in den Kirchengemeinden Hatzfeld, Holzhausen und Lindenhof.

Ab 1. Juli werden die Kirchenvorstände die Hauptaufgaben des Pfarrers in der Vakanzzeit übernehmen. Die Pfarrstelle ist bereits ausgeschrieben. Als Überraschung war der letzte Konfirmanden-Jahrgang zum Abschiedsgottesdienst gekommen, um nochmal das bei der Konfifreizeit erarbeitete eigene Glaubensbekenntnis vorzutragen und als Bildgeschenk an Pfarrer Muntanjohl zu übergeben.

Die Kirchenvorstände aus Hatzfeld, Holzhausen und Lindenhof zusammen mit Pröpstin Annegret Puttkammer und Pfarrer Dieter Olaf Muntanjohl. (Foto: Regina Hartmann)

Die Predigt hielt Pfarrer Muntanjohl zum Predigttext aus Jeremia 23, 16-29, demselben Thema wie bei seiner Einführung im November 2014. Es ging um die falschen Propheten und den widerspiegelnden Streit um die rechte Auslegung des Wortes Gottes. Eine Ermutigung hinzuhören, was uns Gottes Wort auch heute noch zu sagen hat – miteinander im Gespräch über die rechte Auslegung der Bibel zu bleiben. „Gott zu bedürfen, ist des Menschen Vollkommenheit“, sagte Pfarrer Muntanjohl.

Zahlreiche Dankesworte überbrachten Präses Liesel Hallenberger für das Evangelische Dekanat Biedenkopf-Gladenbach, Stadträtin Gudrun Schöning im Auftrag des Magistrates der Stadt Hatzfeld und Bürgermeister Dirk Junker. Dabei wurden verschiedene Blumenpräsente von Stadt und Ortsbeirat überreicht. Für die Kirchengemeinden sprachen die Kirchenvorsteher Angelika Schmitt und Hans-Georg Hedrich.

„Immer aufrichtig, ehrlich und loyal mit einem offenen Ohr für unsere Belange da“: Die Kirchenvorsteher Angelika Schmitt und Hans-Georg Hedrich (li) verabschiedeten für die Kirchengemeinden Despina und Olaf Muntanjohl (re). (Foto: Regina Hartmann)

„Wir verabschieden heute nicht nur den Pfarrer unserer Gemeinde, sondern auch den Menschen Olaf, der immer aufrichtig, ehrlich und loyal mit einem offenen Ohr für unsere Belange da war“, sagte Angelika Schmitt. In Erinnerung bleibt das Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ 2017 mit einigen Veranstaltungen, bei denen auch die Hatzfelder Vereine eingebunden waren. Vor allem die Seelsorge im Hospiz war eine Herzensangelegenheit von Pfarrer Muntanjohl.

Dabei gab es auch großen Dank für Ehefrau Despina für ihre Arbeit in der Kirchengemeinde. „Ein Mann, auch ein Pfarrer ist nur so stark wie seine Ehefrau“, sagte Angelika Schmitt. Als Geschenke gab es eine Gartenbank mit Teetassen und Tee von den Kirchengemeinden, um zukünftig gemeinsam darauf zu verweilen und mal ab und zu an Hatzfeld und Holzhausen zu denken. Das Ehepaar wird nach Schönstadt bei Marburg ziehen. Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken hatten alle Gemeindemitglieder abschließend die Gelegenheit, sich persönlich von ihrem Seelsorger zu verabschieden. Dank ging an alle Helfer dieser Verabschiedung, die Kuchenbäckerinnen und an die Hatzfelder Vereine für die Unterstützung.

Text: Regina Hartmann