Allendorf / Battenberg – Personalentscheidungen treffen, Dienstverträge unterschreiben, Kontakt halten zwischen Kindertagesstätten, Kirchengemeinden und Kommunen: Das sind einige Aufgaben von Jutta Henkel aus Reddighausen. Die Volljuristin, Jahrgang 1961, ist seit Mai Geschäftsführerin der gemeindeübergreifenden Trägerschaft der sechs evangelischen Kindertagesstätten im Oberen Edertal – also der Kitas in Allendorf, Battenfeld, Rennertehausen, Battenberg, Dodenau und Laisa.

Jutta Henkel ist auch Geschäftsführerin der Diakoniestation Biedenkopf und zudem engagiertes Mitglied der Kirchengemeinde Dodenau/Reddighausen. „Mit den kirchlichen Strukturen kenne ich mich aus“, sagt sie. Die Kindertagesstätten in Allendorf, Rennertehausen, Battenfeld, Battenberg, Dodenau und Laisa hat sie in den letzten Wochen schon ein wenig kennengelernt und dabei erfahren: „Das Miteinander ist hier wirklich gut.“

Eine Aufgabe der neuen Geschäftsführerin, die dafür ihre halbe Stelle als Verwaltungsfachangstellte im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach aufgegeben hat, wird es sein, die örtlichen Kita-Leitungen von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. „Es ist schon eine enorme Aufgabe, gerade in Corona-Zeiten, weil fast täglich neue Vorschriften und Erlasse kommen“, weiß Michaela Ackermann, Verwaltungsangestellte im Regionalen Kirchenbüro in Battenfeld. Mit großem Aufwand muss für jede Kita ein Stellenplan aufgestellt werden, der das Verhältnis von U3-, Kita- und Hortkindern widerspiegelt. Daran orientieren sich die Arbeitszeiten der Erzieherinnen.

Michaela Ackermann und der Laisaer Pfarrer Stefan Peter hatten sich im Vorfeld mit den rund 140 Erzieherinnen sowie den Bürgermeistern aus Allendorf und Battenberg abgestimmt. Ein großer Vorteil ist es, dass die neue Geschäftsführerstelle – sie umfasst derzeit 18,5 Wochenstunden – zu 85 Prozent von der Landeskirche finanziert wird, und zwar unbefristet. Nur 15 Prozent entfallen auf die Kommunen, die mit Jutta Henkel künftig eine zentrale Anlaufstelle haben.

„Michaela Ackermann und Pfarrer Stefan Peter haben sehr gute Vorarbeit geleistet“, lobt die Geschäftsführerin. Wichtige Entscheidungen werden künftig in einem Kuratorium getroffen, in dem der Dodenauer Pfarrer Stefan Geil den Vorsitz führt. Dem Kuratorium gehören neben Geil und Henkel die Verwaltungsangestellte Michaela Ackermann, Pfarrerin Janina Albrecht und Christian Reifert als Mitarbeiter-Vertretung an. Die Kommunen sind durch den Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn im Kuratorium vertreten.

„Mit den Kita-Leitungen ist abgestimmt, dass wir verschiedene Projekte machen“, kündigt Jutta Henkel an. Dabei werde es beispielsweise um Hygienepläne und Sicherheitsanforderungen gehen. „Die Expertinnen sitzen in unseren Kitas, ich sehe mich mehr im Hintergrund“, macht Jutta Henkel deutlich.

Noch sei nicht wirklich absehbar, wann die Kindertagesstätten wieder „normal“ arbeiten könnten. „Seit dem 2. Juni gibt es ja den eingeschränkten Regelbetrieb. Dodenau setzt das seit Montag um. Die anderen Kitas brauchen noch ein paar Tage, werden aber im Laufe dieser Woche alle umstellen“, sagt die neue Geschäftsführerin. Mit Prognosen sei sie vorsichtig. „Das kann sich innerhalb kürzester Zeit zum Positiven, aber auch zum Negativen verändern.“

„Ein gutes Kita-Angebot macht jede Kommune attraktiver“, ist Kuratoriums-Vorsitzender Stefan Geil überzeugt. „Jeder Cent, den wir hier ausgeben, ist gut angelegt und kommt irgendwann auch wieder zurück.“

Der Artikel von Thomas Hoffmeister ist am 8. Juni 2020 in der HNA “Hessische/Niedersächsische Allgemeine” erschienen. Wir danken dem Autor und dem Verlag Dierichs GmbH & Co KG für die freundliche Genehmigung zum Veröffentlichen an dieser Stelle.

Headerfoto: Jutta Henkel (Mitte) ist neue Geschäftsführerin der gemeindeübergreifenden Trägerschaft der sechs kirchlichen Kindertagesstätten im Oberen Edertal. Links Michaela Ackermann, Verwaltungsangestellte im Regionalen Kirchenbüro, rechts der Dodenauer Pfarrer Stefan Geil, Vorsitzender des Kuratoriums. (HNA-Foto: Thomas Hoffmeister)

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