DEKANAT. Zur 1. ökumenischen „Nacht der offenen Kirchen“ im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach und der katholischen Pfarrei St. Elisabeth an Lahn und Eder haben am Samstagabend viele Menschen die Angebote und Aktionen in den Gotteshäusern besucht. Vor allem im Hinterland gab es viele für Andacht, Stille und Gebet, aber auch zu Konzerten geöffnete evangelische und katholische Kirchen.

Sowohl in Biedenkopf als auch in Hartenrod waren die Kirchen der beiden großen christlichen Konfessionen geöffnet. Hier hatten die Kirchennacht-Besucher es besonders leicht, am Vorabend des “Tags des offenen Denkmals” die Kirchen in der Nachbarschaft mal in einem ganz anderem Licht zu erleben und mehrere Angebote wahrzunehmen. Während man sich in der katholische Kirche St. Johannes Nepomuk in Hartenrod an mehreren Stationen Psalmen beten sowie Dank- und Fürbittengebete formulieren konnte, gab es in der evangelischen Kirche Hartenrod jeweils zur vollen Stunde ein etwa halbstündiges musikalisches Angebot, das der Projektchor Günterod, das Jugendharmonika-Orchester und Dekanatskantor Burghardt Zitzmann mit einem Orgelkonzert gestalteten. Außerdem hatten die Organisatorinnen ein Abendlieder-Singen und zum Abschluss eine Taizé-Andacht vorbereitet. Zwischen den Angeboten blieben die Besucher bei Getränken und Snacks in der Kirche.

Stimmungsvoll, offen und einladend – so zeigten sich viele Gotteshäuser zur 1. ökumenischen „Nacht der offenen Kirchen“ im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach und der katholischen Pfarrei St. Elisabeth an Lahn und Eder am Samstagabend – hier die evangelische Kirche in Hartenrod. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Ähnlich gelagert waren die Aktivitäten in der evangelischen Stadtkirche und der katholischen Kirche St. Elisabeth in Biedenkopf, wo sich Stille und Kerzenschein abwechselten mit dem Singen hebräischer Lieder. Das Hebräische spielte auch in der Stadtkirche eine bedeutsame Rolle, wo Kantor Johannes Lieberknecht und Christoph Kaiser die “Nacht der offenen Kirchen” mit Orgelimprovisationen und Lesungen aus der Genesis, dem Johannesevangelium und der Offenbarung gestalteten – eben nicht nur in deutscher, sondern auch in hebräischer und griechischer Sprache. Das Vaterunser betete die Gemeinde sogar zusätzlich in Aramäisch, Latein und im von den orthodoxen Kirchen verwendeten Kirchenslavisch. Dazu gab es gregorianische Gesänge und einige von Christoph Kaiser zur Verfügung gestellte Ikonen und kalligraphische Exponate zum Betrachten und Meditieren in den Pausen.

Lobpreis-Songs mitsingen und stille Orgelmusik von Dr. Ulrich Graw hören konnte man in der liebevoll mit Kerzen und bunten Spots erleuchteten katholischen Kirche St. Marien in Battenberg. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

In der evangelischen Kirche Kleingladenbach las Ottmar Wagner anlässlich des Jubiläum „90 Jahre Einweihung der Kirche“ einen Abschnitt aus der Dorfchronik vor, während Pfarrer Karlhans Nüßlein die Geburtstagsfeier für die Gemeinde mit Gebeten und Abendliedern gestaltete. „Wir feiern auch, dass in unserer Partnergemeinde Kanoni im tansanischen Kituntu-Distrikt der neue Kirchenanbau eingeweiht wird und die Gemeinde offiziell den Status einer Kirchengemeinde erhält“, erklärte er.

Die historische Martinskirche in Dautphe konnten die Besucher mit dem QR-Code-geführtem Kirchenrundgang eigenständig per Smartphone oder Tablet erkunden und so ganz neue optische und akustische Eindrücke mitnehmen. In der Christuskirche in Gönnern standen unterdessen neben einer Gebetsecke auch ein Büchertisch nebst Leseecke sowie eine “Murmelecke” für das Gespräch untereinander bereit. In Niederweidbach schließlich feierte die Gemeinde zum Auftakt der “Nacht der offenen Kirchen” einen gut besuchten Gottesdienst. Später beendete eine Taizé-Andacht den Abend.

Ilka Koch zündet in der von Kerzen erleuchteten katholischen Kirche St. Johannes Nepomuk in Hartenrod in der “Nacht der offenen Kirchen” an einer der vorbereiteten Gebetsstationen eine Wunderkerze an. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Gedanken zur Nacht aus alter und neuer Zeit“ von Uli Müller konnten die Gäste im „Lebenshaus“ Osterfeld ergänzt mit leiser Harfenmusik von Karin Hansen genießen. In der wie viele andere Gotteshäuser liebevoll mit Kerzen und bunten Spots erleuchteten katholischen Kirche St. Marien in Battenberg erwartete die Besucher derweil stille Orgelmusik von Dr. Ulrich Graw im Wechsel mit gemeinsam gesungenen traditionellen Liedern und Lobpreis-Songs. Einmal im Monat bietet die Gemeinde auch einen Lobpreis-Gottesdienst an, erklärte Sylwia Marczynski vom Battenberger Ortsauschuss dazu. (klk/eöa)