Wetzlar-Hermannstein (hpz). Mit einem Festgottesdienst hat die Evangelische Kirchengemeinde  Hermannstein nach zehnmonatiger Bautätigkeit am Sonntagnachmittag ihre Paulskirche wieder “in Betrieb genommen”.

Pfarrer Wolfgang Grieb freute sich über viele Gäste, die an Planung und Ausführung mitgearbeitete hatten, den Gesangverein Eintracht Hermannstein und den Gospelchor Vocal Spirit, die dem Anlass einen musikalischen Rahmen gaben, Vertreter des öffentlichen Lebens und Gemeindeglieder, die neugierig auf das Ergebnis waren. Für bis dato veranschlagte 430000 Euro Kosten, zu denen die Denkmalpflege 50000 Euro an Zuschuss gibt, die Evangelische Kirchengemeinde 150000 Euro übernimmt und die Landeskirche den Rest zahlt, ist aus einem 528 Jahre alten Gotteshaus mit vielen “Gebrauchsspuren” eine moderne, helle Kirche geworden, die zum Mitmachen einlädt.

Der Gesangverein “Eintracht” Hermannstein trug mit seinen Beiträgen zu einer gelungenen Feier bei. (Foto: Heike Pöllmitz)

“Der Sonntag Laetare – lasst uns freuen – passt zum heutigen Anlass, denn wir können uns über die gut gelungene Arbeit freuen”, sagte Grieb, der auch Dekan Andreas Friedrich vom Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach begrüßte, der die Predigt hielt und mit dem 1. Brief Petrus 2,5 einen sehr passenden Text gewählt hatte: “Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause.” Mit Jesus als Grund-, Eck- und Zielstein hat jede Kirche und Gemeinde eine feste Basis, auf die Gemeindeglieder als “lebendige Steine” mit allen Talenten und Fähigkeiten aufbauen können, erklärte er.

Dank an die Baubeteiligten: Silke Rothmann, Stefanie Muskau (Architekturbüro), Pfarrer Wolfgang Grieb und Friedrich Weimer. (Foto: Heike Pöllmitz)

“Es kommt auf jeden Stein an, auch auf die kleinen, denn wenn ein Stein fehlt, fehlt ein Teil des ganzen Hauses”, verdeutlichteo Friedrich und rief alle dazu auf, Mitarbeiter auf der Baustelle Gottes zu sein, auf der es kein “Betreten verboten” gibt. Stefanie Muskau vom Architekturbüro Seidel und Muskau in Wettenberg erläuterte die Arbeiten, die von den neuen Farben, die eine ruhige, gediegene Atmosphäre schaffen, über neue Fenster in den Gauben und Reparaturen am Dach bis hin zur Elektroinstallation und einem neuen Beleuchtungskonzept, das für warmes Licht sorgt, und einer modernen Beschallungsanlage reichen. So erstrahlt alles in neuem Kleid, Chorraum, Kruzifix, Epitaphe, alles kommt besonders schön zur Geltung und die konstruktive Kooperation aller Beteiligten hat sich sichtlich gelohnt.

Der Gospelchor “Golden Spirit” gestaltete den Einweihungsgottesdienst musikalisch mit. (Foto: Heike Pöllmitz)

Hausmeister und Kirchenexperte Friedrich Weimer erinnerte an das alte Gotteshaus, das ihm als Kind wie ein gruseliger Steinhaufen erschien. Er sprach vom Wandel des Zeitgeistes, durch den die Orgel in den 1960-er Jahren auf die Empore versetzt wurde. “Hoffentlich gibt es auch in Zukunft immer wieder Menschen, die es ernst mit dieser Kirche meinen und nicht nur an Feier- und Festtagen hierher kommen”, wünschte sich Weimer. Bei der anschließenden Kaffeerunde im Gemeindehaus gab es eine Bildpräsentation zu den Bauarbeiten, noch mehr Grußworte, viele Erinnerungen an alte Zeiten und bei der Kollekte folgten viele der Bitte des Pfarrers und ließen es ordentlich rascheln.

Herzlichen Dank an die Freie Journalistin Heike Pöllmitz (Aßlar) für das Zur-Verfügung-Stellen von Text und Fotos!