Gladenbach-Erdhausen / Biedenkopf / DEKANAT. Wie bereitet man einen Weltgebetstags-Gottesdienst vor? Der überkonfessionelle und weltweit gefeierte „WGT“ folgt einer vorgegebenen Liturgie, in deren Texte, Gebete und Lieder sich mehr als 50 Frauen am vergangenen Wochenende in Erdhausen auf Einladung der Dekanatsfrauenarbeit einarbeiten konnten. Am Samstag (25. Januar) gibt es in Biedenkopf ab 9.30 Uhr ein weiteres Vorbereitungstreffen im Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde in Biedenkopf (Schulstraße 4).

Die ökumenischen Gottesdienste zum Weltgebetstag am Freitag, dem 6. März, befassen sich in diesem Jahr mit dem Glauben und der Situation in Simbabwe. „Steh auf und geh!“ lautet das diesjährige Thema, das ebenso wie die Liturgie für die Gottesdienste von Frauen aus Simbabwe vorbereitet worden ist.

Wie kann man das Weltgebetstagsmotto „Steh auf und geh!“ im Anspiel anschaulich umsetzen? Auch das probten die Teilnehmerinnen in Erdhausen. (Foto: Zenzi Reitmeier/eöa)

Dieser Bibeltext von der Heilung des Gelähmten nach Johannes 5 steht im Mittelpunkt des Gottesdienstes und spielte folgerichtig auch beim Vorbereitungstreffen eine zentrale Rolle. Um gemeinsam die Lieder besser kennenzulernen, war zuvor Dekanats-Kirchenmusikerin Rut Hilgenberg zu Gast im evangelischen Gemeindehaus in Erdhausen gewesen.

Das Wissen um die politischen Gegebenheiten und die gesellschaftliche Lage in Simbabwe, das erst 1980 seine Unabhängigkeit erlangte und in dem die Folgen des Kolonialismus noch deutlich präsent sind, ist ebenfalls wesentlich für die Idee des Weltgebetstags. Gemeindepädagogin Anna Rüttger informierte die Runde in einem bebilderten Vortrag über aktuellen Probleme wie Abwanderung und der seit 20 Jahren herrschenden Wirtschaftskrise in der ehemals als „Kornkammer Afrikas“ geltenden früheren britischen Kronkolonie. Es gebe zwar eine in vielerlei Hinsicht engagierte Zivilgesellschaft, aber Diskriminierung, Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen seien in der patriarchalischen Gesellschaft tief verwurzelt, erklärte sie. Rüttger stellte aber auch mutmachende Projekte wie die Arbeit des vom Weltgebetstag geförderte Envision Zimbabwe Women´s Trusts vor, der Frauen und Männer an einen Tisch bringen will und sich beispielsweise gegen Polygamie und Zwangsverheiratungen einsetzt.

Mehr als 50 Frauen waren beim Weltgebetstags-Vorbereitungstreffen in Erdhausen dabei. Am Samstag findet das zweite in Biedenkopf statt. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Ganz konkret wird die Unterstützung durch den Weltgebetstag auch durch eine Unterschriftenaktion, die sich für einen zumindest teilweisen Schuldenerlass gegenüber Simbabwe einsetzt – allein gegenüber Deutschland bestehen Verpflichtungen über rund 730 Millionen Euro, die das Land realistisch betrachtet nie wird aufbringen können. Die Unterschriftenlisten werden in den Gottesdiensten am 6. März ausliegen. In Arbeitsgruppen vertieften die Frauen das Gehörte und bereiteten inhaltliche Schwerpunkte für die Gottesdienste vor.

Zwischendurch fand der Stand des Weltladens Gladenbach regen Zuspruch, an dem unter anderem auch ein eigens produzierter „Weltgebetstags-Kaffee“ erhältlich war. (klk/eöa)

Zwischendurch öffnete der Stand des Weltladens Gladenbach sein Kassenbuch. Das Angebot stieß auf reges Interesse. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

In kleinen Gruppen bearbeiteten die Frauen verschiedene Teile aus der WGT-Liturgie und stellten sie dann im Plenum vor. (Foto: Zenzi Reitmeier/eöa)

Beate Ronzheimer vom Dekanatsfrauenteam stellte den eigens produzierten „Weltgebetstags-Kaffee“ vor, der Weltladen Gladenbach zu bekommen ist. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Simbabwe ist ein schönes Land mit vielen Problemen. Der Weltgebetstag am 6. März soll es in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)

Auch ein (Teil-)Schuldenerlass ist Zielt des Weltgebetstags. Die Unterschriften-Listen wurden in Erdhausen vorgestellt. (Foto: Klaus Kordesch/eöa)