Gladenbach / Dautphetal-Holzhausen. „SummerTime“ bei der Evangelischen Jugend im Dekanat Bidenkopf-Gladenbach! Da alle Freizeiten corona-bedingt abgesagt werden mussten, hat das Team aus Dekanatsjugendreferenten und Gemeindepädagogen ersatzweise ein zweiwöchiges Programm auf die Beine gestellt, das viel mehr als eine Notlösung ist…

Was sich hinter Begriffen wie „Jugger“, „Spike-Ball“ oder „Can Jam“ verbirgt, haben 16 Jugendliche beim Sporttag im Rahmen der SummerTime-Aktion der Evangelischen Jugend im Dekanat (ejuBiG) erfahren. Dabei konnten sie in Gladenbach spannende neue Outdoor-Spielmöglichkeiten kennenlernen.

„Es geht darum, den Jugendlichen auch einmal Alternativen zu den klassischen Sportarten wie Fußball oder Tennis zu bieten“, erklärte Gemeindepädagoge Thomas „Pospi“ Pospischil, der den Tag auf dem Außengelände des Gemeindehauses Blankenstein organisiert hatte. Denn neben den bekannten Klassikern gebe es viele junge Sportarten, die sich gerade auch mit den Kontaktbeschränkungen aufgrund von Corona sehr gut spielen ließen. Wie zum Beispiel „Spike-Ball“: Hierbei stehen die vier Spieler um eine Art kleines Trampolin herum und müssen den Spielball jeweils von dem Netz des Trampolins abprallen lassen, wenn sie ihn den Gegner zuspielen. „Im Grunde funktioniert das wie Volleyball, nur, dass man hier das Netz anspielen muss“, betonte Pospischil. Einen Punkt gibt´s immer dann, wenn der gegnerische Spieler den Ball nicht mehr erwischt, nachdem dieser vom Netz hochgesprungen ist, oder er ihn daran vorbeischlägt.

Beim „Spike-Ball“ muss der Ball ähnlich wie beim Volleyball gespielt werden, nur muss er zwischen einem Seitenwechsel auf dem Trampolin in der Mitte aufkommen. (Foto: Sascha Valentin)

Auf Treffsicherheit kommt es hingegen beim „Can Jam“ an. Dabei handelt es sich um ein Zielwerfen mit Frisbee-Scheiben auf Tonnen. Die Mitglieder eines Teams müssen versuchen, möglichst viele Treffer in den Tonnen zu landen, wobei die Frisbees auch leicht abgelenkt werden dürfen. Als weitere Sportart lernten die Teilnehmer „Jugger“ kennen, das in den vergangenen Jahren auch hierzulande eine wachsende Anzahl an Anhänger gefunden hat. Seinen Ursprung hat der Sport in dem gleichnamigen Film aus den 80er Jahren, bei dem sich Mannschaften Gladiatorenkämpfe liefern. Bei der modernen Version kommen dabei allerdings gut gepolsterte Stöcke und Ketten zum Einsatz, mit denen man den Gegnern auch schon mal eins überbraten kann, ohne dass diese sich verletzen. Ziel des Spiels ist es, den Jugger-Ball – in Gladenbach ein kleines Gummi-Schweinchen – möglichst oft ins gegnerische Tor zu befördern.

Neben diesen Fun-Sportarten konnten die Jugendlichen auch Baseball und Speedminton spielen. Der Sporttag war Bestandteil der Summertime-Aktion der Dekanatsjugend, wie Dekanatsjugendreferent Florian „Flo“ Burk erklärte. Das umfangreiche Programm mit verschiedenen Aktivitäten hatte sich die Dekanatsjugend einfallen lassen, nachdem aufgrund von Corona die geplanten Freizeiten abgesagt werden mussten.

Robin Feldhaus entwirft mit seiner Gruppe Vorlagen für ein großes Graffiti, das sie später mit Spraydosen auf eine Holzplatte übertragen wollen. (Foto: Sascha Valentin)

Am Mittwoch konnten die Jugendlichen dann in der Freizeit- und Bildungsstätte (FBS) in Dautphetal-Holzhausen ihrer Kreativität einfach einmal freien Lauf lassen. Im Rahmen der Summertime-Reihe haben sie Musikinstrumente gebaut, bunte Leinwände gestaltet oder auch Armreifen und Halsketten gebastelt. „Ein paar feste Angebote haben wir vorgegeben“, sagte Isabella Wabel von der Dekanatsjugend. Dazu gehörte etwa der Bau von Cajons. Heiner Häcker zeigte den Jugendlichen, wie sie aus ein paar Pressholzplatten im Nu ein solches Rhythmusinstrument herstellen können und unterwies sie dabei auch in den Grundzügen der Holzbearbeitung. Nachdem sie die Einzelteile ausgesägt und zu dem Kasten zusammengesetzt hatten, konnten die angehenden Musiker im Anschluss natürlich auch sofort den Klang des Cajons ausprobieren.

Auch ein Sprayer-Workshop gehörte zu den Angeboten der Dekanatsjugend. Hier führte Robin Feldhaus die Jugendlichen in die Geheimnisse des Sprayens ein und entwarf gemeinsam mit ihnen Vorlagen, die später auf eine große Holzplatte übertragen werden sollten. Daneben stehe aber auch ganz viel Material bereit, mit dem die Teilnehmer ihre eigenen kreativen Ideen verwirklichen konnten, betonte Isa Wabel – ganz egal, in welcher Form. „Wer meint, er müsse einen Eimer Pappmaché herstellen und daraus etwas bauen, kann das gerne tun“, ergänzte sie. Fimo, Perlen, Paracord-Bänder – alles stehe dafür bereit und könne eingesetzt werden.

Heiner Häcker (v.r.) zeigt Mika und Darius, wie sie aus ein paar Holzplatten ein Cajon herstellen können. (Foto: Sascha Valentin)

Manche nutzten die Gelegenheit, einfach mal wieder zu Pinsel und Farbe zu greifen und Leinwände nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Andere frönten dem neuen Trend des Handlettering und verzierten weißes Papier mit frohen Botschaften in kunstvoll geschwungenen Buchstaben. Zum Abschluss des Tages solle es eine kleine Ausstellung geben, in der die neun Teilnehmer an dem Kreativtag ihre Werke präsentieren können, sagte Wabel. „Ich bin echt mal gespannt, was dabei rauskommt“, freute sie sich. Denn der Kreativität sind nun einmal keine Grenzen gesetzt. Sascha Valentin

 

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