NEWS: Dr. Beate Hofmann ist um 16.38 Uhr im zweiten Wahlgang zur Bischöfin gewählt worden, nachdem sie im ersten Wahlgang mit 56 Stimmen eine deutliche Mehrheit erzielt hatte. Annegret Puttkammer, die nur 25 Stimmen für sich verbuchen konnte, trat im zweiten Wahlgang nicht mehr an. ///  Hofgeismar / Darmstadt. Wenn am Donnerstag die EKHN-Synode in Frankfurt/M tagt, ist ein Mitglied der Kirchenleitung definitiv nicht dabei. Denn fast zeitgleich findet die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck statt, bei der unsere Nord-Nassauer Pröpstin Annegret Puttkammer aus Herborn für das Bischofsamt kandidiert.

Die Wahl in Hofgeismar steht gleich am ersten Synodentag (Donnerstag, 9. Mai) auf dem Programm. So läuft die Bischofswahl 2019 ab: Den Synodalen wird ab etwa 12 Uhr der Wahlvorschlag begründet und die beiden Kandidatinnen stellen sich den Landessynodalen vor. Aufgrund der Rechtslage in der Landeskirche ist es nicht möglich, die Begründung und Vorstellungen per Live-Stream zu übertragen. Das Bischofswahlgesetz sieht vor, dass dies in nichtöffentlicher Sitzung geschieht. Die Wahl findet dann in einer geheimen Abstimmung voraussichtlich ab etwa 16 Uhr statt. Erforderlich ist eine Zweidrittelmehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl.

#EKKWBischofswahl – Der Wahltag am 9. Mai

Am Tag der Wahl wird die Onlineredaktion des Medienhauses in Hofgeismar vor Ort sein und per Twitter (#EKKWBischofswahl) und Live-Newsticker auf www.ekkw.de von der Wahl berichten. So erfahren Sie zeitnah, was in Hofgeismar passiert. Mit dem ersten Wahlgang wir um 16 Uhr gerechnet. Nach dessen Auszählung wird von ersten Ergebnissen berichtet. Wenn weitere Wahlgänge folgen sollten, halten die EKKW-Kollegen Sie natürlich auf dem Laufenden. Im Internet gibt es im Anschluss zeitnah Berichte und Videos rund um die Wahl und die Tagung:

www.ekkw.de/synode
twitter.com/Bischofswahl (#EKKWBischofswahl).

Bischofswechsel im September

Der Bischofwechsel findet am 29. September 2019 statt. Dann wird in einem hr-Fernsehgottesdienst in der Martinskirche in Kassel die neue Bischöfin eingeführt und Bischof Prof. Dr. Martin Hein in den Ruhestand verabschiedet. (medio)

Die beiden Kandidatinnen für das Amt der Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck: Prof. Dr. Beate Hofmann (l.) und Pröpstin Annegret Puttkammer (r.). Foto: medio.tv/Schauderna

Rückblick

Die EKKW hatte ihre Mitglieder im vergangenen Jahr aufgefordert, Vorschläge für eine neue Bischöfin / einen neuen Bischof einzureichen. Dieser Aufruf sei auf breite Resonanz gestoßen: 140 Vorschläge mit insgesamt rund 60 Namen seien eingegangen. Aus diesen habe der Nominierungsausschuss in einem intensiven Entscheidungsprozess zwei Kandidatinnen bestimmt, die sich am 9. Mai 2019 der Landessynode in Hofgeismar zur Wahl stellen werden: Prof. Dr. Beate Hofmann und Pröpstin Annegret Puttkammer.

Prof. Dr. Beate Hofmann (55), Bielefeld

„In den anstehenden Veränderungsprozessen setze ich mich für eine erkennbar evangelische Kirche ein: spirituell lebendig, vielfältig und einladend?.“ So beschreibt Dr. Beate Hofmann ihr Leitbild. Ihr Kompass für das kirchenleitende Amt ist: Kirche soll einladen zur Begegnung mit Gottes Wort und miteinander, sie soll Räume zum Wachsen, zu Orientierung und Engagement bieten und ihre Ressourcen innovativ einsetzen. Auf dem Hintergrund ihrer ökumenischen Erfahrung ist ihr wichtig, dass Kirche durch Bildung und diakonische Arbeit Gesellschaft mitgestaltet.

Dr. Beate Hofmann ist seit Oktober 2017 Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement der Kirchlichen Hochschule in Bethel/Bielefeld. Schwerpunkte ihrer dortigen Tätigkeit sind das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt in Kirche und Diakonie und die Gestaltung diakonischer Unternehmenskultur. Frau Hofmann ist in Bad Tölz, Miesbach und Regensburg aufgewachsen. Ihr Studium führte sie nach Bethel, Heidelberg, Evanston (USA), Hamburg und München. Durch ihr Vikariat in München-Hasenbergl und ihre Tätigkeit als Gemeindepfarrerin in München-Großhadern machte sie Erfahrungen in der Arbeit mit unterschiedlichen sozialen Milieus. Frau Dr. Hofmann promovierte 1999 an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema „Der Bayerische Mütterdienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Geschichte und Arbeitsweise im Spiegel von Dokumenten und Interviews“. Anschließend war sie bis 2003 Theologische Studienleiterin des Fortbildungszentrums der Diakonie Neuendettelsau und zugleich Pfarrerin in der Anstaltsgemeinde St. Laurentius. Von 2003 bis 2013 lehrte sie als Professorin für Gemeindepädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Sie bildete Religionspädagoginnen und Religionspädagogen sowie Diakoninnen und Diakone aus. Weiterhin arbeitete sie zu Fragen der Gemeindeentwicklung und Glaubenskommunikation sowie des Ehrenamtes und der Engagementforschung im kirchlichen Kontext. Erwachsenenbildung war auch das Thema ihrer Habilitation an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau: „Sich im Glauben bilden. Der Beitrag von Glaubenskursen zur religiösen Bildung und Sprachfähigkeit Erwachsener“ im Jahr 2013. Seit Oktober 2013 lehrt die Professorin für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal / Bethel. Frau Dr. Hofmann engagiert sich in zahlreichen Gremien in den Bereichen Diakonie und Erwachsenenbildung. Zudem ist sie Mitglied des Beirates des Referats für Chancengerechtigkeit der EKD (seit 2016). Sie verfügt über eine Ausbildung zur Gemeindeberaterin und zur geistlichen Begleiterin und war über 10 Jahre nebenamtlich als Gemeindeberaterin tätig.

Verheiratet ist Beate Hofmann in zweiter Ehe mit dem katholischen Physiker Dr. Stefan Geis. Sie spielt Harfe und Klavier, ist kulturell interessiert, liest gerne und findet ihren Ausgleich bei Sport und Gartenarbeit.

Pröpstin Annegret Puttkammer (55), Herborn

„Als eine „Unterwegs-Bischöfin“ möchte ich den Austausch mit möglichst vielen Gruppen und Einzelnen suchen“, beschreibt Annegret Puttkammer ihr Amtsverständnis. Sie will dazu beitragen, dass die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck zuversichtlich ihren Weg gehen kann – trotz aller Herausforderungen unserer Zeit. Dabei positioniert sie sich überall da, wo Menschen herabgewürdigt würden, klar für Barmherzigkeit und Menschenwürde.

Annegret Puttkammer ist seit Juni 2011 Pröpstin für Nord-Nassau in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die aus Fulda Stammende ist in Velbert aufgewachsen. Nach ihrem Studium der Evangelischen Theologie in Münster und Bonn war sie Vikarin in Kleve / Niederrhein und als Pastorin beim Evangelischen Bibelwerk im Rheinland sowie anschließend als Referentin im Frauenwerk der Ev. Landeskirche in Württemberg tätig. Von 1997 bis 2001 war Frau Puttkammer Gemeindepfarrerin in Wiesbaden-Dotzheim, von 2001 bis 2008 in Bad Soden-Neuenhain. Im Jahr 2008 wurde sie zur Dekanin des Ev. Dekanats Herborn, verbunden mit einer halben Stelle Gemeindepfarramt in Herborn, gewählt. Annegret Puttkammer engagiert sich seit 1995 in der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche in Deutschland (AMD) und ist seit 2009 deren stellvertretende Vorsitzende. In ihrer Zeit als Dekanin initiierte sie das Projekt „Wie Kirchengemeinden auf Distanzierte zugehen können“ und leitete den Prozess zur inhaltlichen Vorbereitung der Fusion mit dem Nachbardekanat. Aus ihrem Amt als Pröpstin sind ihr strukturelle Fragen wie die Bildung von Kooperationsräumen und die Zusammenführung von Dekanaten sowie die Herausforderungen des ländlichen Raumes vertraut. Sie ist Vorsitzende der Evangelischen Akademie Frankfurt und Mitglied der Vollversammlung und des Beirates der Geschäftsleitung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Zudem ist sie Mitglied des Aufsichtsrates der Jesus-Bruderschaft Gnadenthal und der Stiftung Scheuern (Behindertenhilfe, bis 2018). Seit Januar 2019 ist die Pröpstin stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende von „midi“, der neuen gemeinsamen „Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung“ von EKD und Diakonie Deutschland. Als Autorin und Herausgeberin veröffentlichte Puttkammer Literatur zu den Themen „Verkündigung“, „Gestaltung des geistlichen Lebens“, „Lebensbezogene Bibelarbeit“ und „Gemeindeentwicklung“.

In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit Literatur, Musik und Filmen. Gemeinsam mit ihrem Mann, Pfarrer i.R. Detlev Puttkammer, mit dem sie seit 1994 verheiratet ist, wandert sie gerne, so zum Beispiel in Etappen von Hamburg bis nach Genua.

 

In zwei Videos wurden die beiden Kandidatinnen vorab der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Videos sind im Internet zu sehen:

» Mehr unter https://www.ekkw.de/aktuell/meldung/aktuell_28311.htm?fbclid=IwAR17vn9tVDyP0ANjkoaRpKElYaycIE0t9xXpFq1iF0BuZLXcs9gZjlnbcp8