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"Wort zum Sonntag"

 

Das "Wort zum Sonntag" ist eine wöchentliche erscheinende Andacht mit höchstens 2000 Zeichen für den "Hinterländer Anzeiger". Alle 14 Tage ist eine evangelische Theologin oder ein ev. Theologe als Autor an der Reihe, die anderen Termine teilen sich die katholischen und freievangelischen Hauptamtlichen aus dem Erscheinungsgebiet der Zeitung.  

 


 

 

„Wort zum Sonntag“ für Samstag, 12. Februar 2022

von Klaas Hansen

Erinnern Sie sich noch an Ihren Chemieunterricht in der Schule? Fanden Sie den auch so spannend wie ich? Besonders hat mich immer der Schrank fasziniert, in dem die hochgiftigen und explosiven Substanzen verwahrt wurden. Natürlich war er sicher verschlossen, und nur unser Chemielehrer hatte.

Als „Giftschrank des Lebens“ bezeichnen könnte man Kapitel 4, Verse 25-32 im Brief des Apostels Paulus an die Christen in Ephesus. Da werden viele Handlungsweisen aufgezählt, die unser Zusammenleben regelrecht vergiften, verätzen, ja sogar sprengen können. Lesen Sie die Sätze gerne einmal in einer ruhigen Minute ganz durch und achten Sie darauf, welche „Gegengifte“ der Apostel jeweils empfiehlt.

Eines der schlimmen Übel, die der Apostel hier aufzählt, ist das Gift des Zorns: „Zürnt ihr, so sündigt nicht! Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“ (Monatsspruch im Februar).

Was an dem Satz auffällt, ist, dass Paulus zwischen Zorn und Sünde unterscheidet. Denn natürlich können auch Christen von Zorn übermannt werden. Paulus selbst ist ja oft genug zornig gewesen, und seinen Briefen sieht man manchmal geradezu die Tränen der Wut an, die er gehabt haben muss, wenn er sich mit der selbstgerechten Sturheit und lieblosen Kleingeistigkeit seiner Mitchristen auseinandersetzen musste.

Was er aber dringend empfiehlt, ist, dass man beim Zürnen nicht sündigt. Dass man die Gefühle des Zorns, und wenn sie noch so berechtigt erscheinen, nicht zu lange am Brennen hält, auf keinen Fall über Nacht! Wer mit Wut, vielleicht sogar mit Rachegelüsten zu Bett geht, der wird nur schlecht einschlafen und mit unversöhnlichen Gedanken erwachen. Auf diese Weise geschieht nichts weiter, als dass das Gift des Zorns sich wie ein Krebsgeschwür in uns ausbreitet und größtes Unheil anrichtet.

„Tut das, bitte, nicht“, wünscht sich Paulus und enthält uns das Antiserum nicht vor: „Redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.“ Nicht nur, ehe man schlafen geht, sollte dies angestrebt werden.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Klaas Hansen

Klaas Hansen ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Eckelshausen

 

Hier finden Sie die aktuelle und die zurückliegenden Andachten als pdf zum Download:

 

12. Februar 2022 - Von Zorn und Sünde. Von Pfarrer Klaas Hansen

29. Januar 2022 - Vergebung. Von Gemeindepädagoge Raphael Runzheimer

15. Januar 2022 - Feiertage, Allianz-Gebetswoche und der Sabbat. Von Pfarrer Olaf Schmidt

31. Dezember 2021 - zu Silvester. Von Pfarrer Andreas Friedrich, Dekan des Evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach

18. Dezember 2021 - "Was bringst du mir?" Von Britta Duchardt-Linneborn, Präses des Evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach

4. Dezember 2021 - " Freiheit!".  Von Pfarrer Matthias Ullrich

20. November 2021 - "Der seinen Sohn von den Toten auferweckt hat, vergisst uns nicht". Von Pfarrer Olaf Schmidt

6. Juni 2021 - "Wer euch hört, der hört mich…". Von Marion Schmidt-Biber, Gemeindepädagogin

23. Mai 2021 (Pfingstsonntag)  "Der Geist Gottes wirkt im Mut und in der Hoffnung von Menschen".
                                Von Pfarrerin Sabine Bertram-Schäfer,  Pröpstin für die Propstei Nord-Nassau