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"Wort zum Sonntag"

 

Das "Wort zum Sonntag" ist eine wöchentliche erscheinende Andacht mit höchstens 2000 Zeichen für den "Hinterländer Anzeiger". Alle 14 Tage ist eine evangelische Theologin oder ein ev. Theologe als Autor an der Reihe, die anderen Termine teilen sich die katholischen und freievangelischen Hauptamtlichen aus dem Erscheinungsgebiet der Zeitung.  

 


 

 

„Wort zum Sonntag“ für den 15. Januar 2022

Von Olaf Schmidt

Feiertage fliegen nur so vorbei, wenn sie schön sind. Wenn sie schwierig sind, einsam oder konfliktbeladen, sind sie auch zäh. Denn Feiertage bringen uns aus dem Getriebe zur Ruhe und zu anderer Beschäftigung, Betäubung durch Arbeit fällt für viele dann aus. Vermiedene Probleme, Verletzungen und Zerwürfnisse kommen plötzlich nach oben. Mancher freut sich auf die Arbeit, um all dem wieder zu entgehen.

Eigentlich wäre in dieser Woche die Allianz-Gebetswoche gewesen, eine Gelegenheit, die Christen aus allen Kirchen zusammenbringt, zum Beten, zum Hören und zum Austausch. Aber an den meisten Orten waren diese Treffen nicht möglich. Dabei war das Thema faszinierend: der Sabbat.

Der Sabbat ist der Samstag, der eigentlich letzte Tag der Woche. Er ist, noch vor der Beschneidung, das Unterscheidungszeichen des Volkes Gottes von allen anderen Völkern. Einen Ruhetag in jeder Woche, an dem nicht „geschafft“ wird, hatte in biblischen Zeiten kein anderes Volk.

Zweifach wird der Sabbat in der Bibel begründet, einmal in der Schöpfung, weil Gott am letzten Schöpfungstag einen Ruhetag eingelegt hat, und dann in der Erfahrung der Sklaverei: Israel soll sich erinnern, dass es in Ägypten pausenlos versklavt und ausgebeutet war, und Gott danken für die Rettung.

Es ist sogar so, dass der Sabbat, das absichtslose Genießen von Gottes guten Gaben: Schöpfung, Dasein und Freiheit, das eigentliche Ziel von allem ist. Nicht ohne Grund ist im Judentum der Sabbat durch vielerlei Gebote geschützt, denn Arbeit ist dort eine notwendige Anstrengung zum Lebensunterhalt, nicht wie bei uns der einzig verbliebene Sinn des Lebens. Seit 1975 gilt in der EU folgerichtig der Montag als erster Tag der Woche.

Wir als Christen haben den früheren ersten Tag der Woche als Feiertag, weil Jesus an einem Sonntag auferstanden ist. Unsere Gottesdienste sollen eigentlich immer Osterfeste sein, an denen die Botschaft „Er lebt!“ im Mittelpunkt steht.

Vielleicht ist das ja in Ihrer Gemeinde so. Wäre doch schön.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen allen

Ihr Pfarrer Olaf Schmidt

Pfarrer Olaf Schmidt ist Inhaber der Profilstelle Bildung im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach und Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Gönnern.

 

15. Januar 2022 - Feiertage, Allianz-Gebetswoche und der Sabbat. Von Pfarrer Olaf Schmidt

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